Rhinocamera - rhinocamera.de - dubioser Online-Shop ohne Impressum - Handel mit Grauimporten - keine Herstellergarantie

    • Danke für deinen Bericht.

      Zu deiner Frage: Es wurde unter der Hand kolportiert, daß Rechtshilfeersuchen unter GBP 5.000 in England nicht wirklich bearbeitet werden, und weil es sich jedesmal nur um Einzelfälle handelt, sei Rhino bislang damit durchgekommen. Ob das stimmt, keine Ahnung.

      Es ist richtig, daß die Verwendung deines Geschäftskontos ein Fehler war. Es wird tatsächlich im Zweifel angenommen, daß eine derartige Transaktion dann auch wirklich geschäftlich war und nicht als Verbraucher stattgefunden hat. Schade, denn als Verbraucher würdest du vor allen möglichen überraschenden AGB-Klauseln geschützt sein und außerdem qua Gesetz in vielen Dingen bessergestellt als der Unternehmer, der dir im Fernabsatz Waren verkauft.

      Rhino hat eine Niederlassung in GB und außerdem richten sich Ihre Webseiten an den jeweils inländischen Verbraucher und erzeugen klar den Eindruck einer inländischen Niederlassung. Wenn du hochscrollst, wirst du entsprechend den Bericht über die Dänen und Ihre Verbraucherzentrale finden, die Rhino eben deshalb drangekriegt haben. Das hätte auch für dich (als Verbraucher) gegolten: Rhino wäre beim lokalen Amtsgericht nach deutschem Recht zu verklagen gewesen.

      Einen Hinweis habe ich für dich:

      dejure.org/gesetze/ZPO/32.html

      § 32
      Besonderer Gerichtsstand der unerlaubten Handlung

      Für Klagen aus unerlaubten Handlungen ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk die Handlung begangen ist.


      In Internetdingen wird i.A. angenommen, daß die unerlaubte Handlung dort begangen ist, wo die entsprechende Internetseite abrufbar ist. Deshalb kann z.B. die Pressekammer Hamburg deutschlandweit Medien über eine Pervertierung des Äußerungsrechts zensieren. Oder auch mal eine Publikation aus New York, weil es einen Inlandsbezug (Berichterstattung über eine Person mit inländischem Wohnsitz) gibt. Vielleicht möchtest du mit deinem Anwalt beraten, ob ihr im Zusammenhang mit dem Fernabsatzgeschäft eine unerlaubte Handlung Rhinos findet?

      Ansonsten ist Rhinos Konstrukt natürlich hochgradig illegal. Wenn du nach dem Verfliegen des ersten Ärgers immer noch entschlossen bist, da entsprechend vorzugehen, kann ich mir gut vorstellen, daß dir diverse Forenschreiber gerne ihre Hintergrundrecherchen zur Verfügung stellen. Ich bitte allerdings insofern um Verständnis: Leute, die sich aufgeregt haben und dann den Schwanz einzogen, gab es hier zuhauf. Siehe auch weiter oben (nix für ungut).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von pandarul ()

    • Hallo Pandarul,

      vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und die guten Tipps!

      Die rechtliche Situation war mir in meinem Fall im Grunde so auch so schon klar (bin selbst juristisch nicht ganz unvorbelastet und hatte in diesem Falle auch schon eine umfassendere anwaltliche Beratung). In der Tat stehen bei mir die Chancen tatsächlich nicht besonders gut - mit vertretbaren Kosten und Risiken - im Zivilprozess an mein Geld zu kommen. Den Anspruch aus unerlaubter Handlung haben wir auch mal diskutiert, aber FernabsatzG bzw der neue 312b gelten ja nur für Verbraucher. In dem Falle wäre das Geschäftskonto wieder der Fehler der es verhindert. Müsste man andere Normen finden, gegen die verstossen wurde. Das prüft mein Anwalt wohl derzeit noch.

      Da sich Rhino jedenfalls trotz mehrfacher Aufforderung weigert, mir mein Geld zurückzuzahlen und mir zuletzt sogar mitteilte, man habe bereits gegen mich Anzeige erstattet (wegen meines Kommentares bei Trustpilot), habe ich mittlerweile auch gar kein Problem damit, mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln zum Gegenangriff überzugehen.

      Neu war mir in dem Zusammenhang aber das Gemunkel um die faktische "Mindesthöhe" für ein erfolgreiches Rechtshilfeersuchen in GB. :)
      Wenn da was dran ist, dann bedeutet das wohl, dass wir über 5000 GBP Schaden zusammensammeln sollten?

      Mein eigener Fall alleine wird an diese Höhe wohl eher nicht herankommen. Aber wenn es noch einen oder zwei weitere Opfer gäbe, die bereit wären, mitzuziehen dann könnten wir auch diese Hürde nehmen...

      Also: Falls sich hier noch andere Rhino-Opfer angesprochen fühlen und beteiligen möchten, dann wäre das super.
      Gemeinsam könnten wir sicherlich deutlich mehr erreichen als wenn jeder einzelne seinen Fall meldet.

      Da es sich bei fast allen in Betracht kommenden strafbaren Handlungen in diesem Fall um sog. "Offizialdelikte" handelt, muss die Staatsanwalt schon von Amts wegen ermitteln, sobald ihr der Sachverhalt (oder die Sachverhalte) glaubhaft bekannt gemacht werden.

      Alles was wir tun müssen, das ist unsere Fälle zu dokumentieren und idealerweise Belege für die behaupteten Fakten herauszusuchen (E-Mails, Bankbelege über die getätigte Überweisung, Kommunikation mit Rhino - alles was Ihr habt). Wir könnten das Ganze dann sammeln, sichten, dokumentieren und anschliessend in einem(!) Vorgang an die Behörden übergeben.

      Ihr müsst dafür keine "Anzeige" erstatten und gegenüber der Staatsanwaltschaft (oder jemand anderem) auch keine Verdächtigung aufgrund eines bestimmten Tatbestandes äussern. Nur die Fakten und beweisbaren Tatsachen dokumentieren. Die Behörde selbst ermittelt dann anhand der Schilderung Eures Falles, welche Tatbestände in Betracht kommen und ob sie ein Ermittlungsverfahren einleiten wird.

      Heisst konkret: Ihr müsstauch keinerlei persönliche Nachteile oder Kosten befürchten (Rhino behauptet ja gerne mal, dass sie gegen rechtliche Anschuldigungen einen Schadenersatzanspruch geltend machen können - das ist heisse Luft. Jedenfalls ganz sicher in so einem Fall).

      Also: Jemand Interesse?