PayPal-Konto nach Betrugsfall tief im Minus - wie vorgehen?

    • Hallo,

      ich bin neu hier und da meine Freundin und ich schon einiges verkauft haben, sind wir erfreut, dass es eine Platformunabhängiges Hilfeboard gibt.

      Nun zu dem Thread, da wir gerade ähnliches erfahren, wollte ich fragen, wie es bei euch ausgegangen ist?
      Wir haben den Anwalt eingeschaltet, eine Anzeige gestellt, aber Paypal ignoriert alle Aktionen, als ob es diese nicht gäbe.

      Wir sind gewillt diesen Missstand auch einem großen deutschen Boulevardblatt zu schildern (Kontakt besteht schon, da die Allgemeinheit bewahrt werden sollte und Paypal zum Handeln gezwungen werden muss.

      Schöne Grüße
    • Was ganz genau ist "ähnliches" ?
      Hier in diesem Thread gehts darum, dass PayPal 800 Euronen vom Guthaben seiner Kundschaft einsackt bzw es versucht hat wegen angeblich nicht autorisierter Zahlung.
      Nach meiner Auffassung ist PayPals Selbstbedienung am Guthaben der Konto-Inhaber ein unberechtigter und rechtswidriger Vorgang.

      Ganz speziell hier ist PayPal beim ersten Versuch gescheitert, weil kein verfügbares Guthaben abgeifbar war und somit das Konto im "Minus" ist. Die Betroffenen wurden anwaltlich aufgefordert, die etwa 800 Euro auszugleichen.

      Aktueller Stand ist (stark verkürzt):
      PayPal brüllt wie ein Löwe, aber bislang konnte noch nicht beobachtet werden, dass PayPal in diesen Fällen tatsächlich eine Klage riskiert.
      Wer freiwillig bezahlt hat, ist seine Kohle los.
      Wer hart geblieben ist, kann zwar PayPal nicht mehr sinnvoll nutzen oder muss Umwege inkauf nehmen, hat aber bislang noch nicht zahlen müssen. Es wird weiter beobachtet, ob PayPal tatsächlich klagt. Und wenn, dann werden wir das hier berichten.


      Wozu willst Du PayPal zwingen?
      Wenn es ein abweichendes Thema ist, mach einen neuen Thread auf.
      Generell bist Du hier bei Auktionshilfe richtig und wenn es interessant wird, findest Du hier auch kompetente Antworten, vielfältige Meinungen und ggf. Mitstreiter für Deinen Fall.
    • Vielen Dank für die Antwort.

      Wir haben Anfang Januar etwas bei Kleinanzeigen verkauft und die Zahlung per Paypal Freunde akzeptiert. Nach einer Woche hat sich Paypal gemeldet mit dem Hinweis, dass der Account der Käuferin gehackt wurde. Die Käuferin (Paypal Kontoinhaberin) hat auf mehrmaliges Nachfragen nicht reagiert. Paypal hat den Betrag von 950€ eingefroren und droht momentan mit Inkasso. Bisherige Anwaltsschreiben oder Anzeigen bei der Polizei wurden bis vor kurzem ignoriert, jetzt wird es angeblich an die Rechtsabteilung weitergeleitet. Wir sind gespannt wie deren nächste Schritte aussehen.

      Schöne Grüße
    • Der Fall ist tatsächlich ähnlich.

      Der wesentliche Unterschied:
      In Deinem Fall hat PayPal die Kohle.
      Wenn Du sie haben willst, müsstest Du klagen. Dabei hast Du als Kläger die Darlegungs- und Beweislast.
      Ein schweres Brot, weil Du überhaupt nichts darlegen und beweisen kannst. Sämtliche Vorgänge zum Fall hat PayPal.
      Alles, was Du vor einem Richter behauptest, braucht PayPal lediglich bestreiten und Du müsstest dann beweisen.

      Bei den Fällen, wo die Verkäufer ihr Geld rechtzeitig auf ihr Bankkonto überwiesen haben ist es genau umgekehrt, da hat PayPal die Darlegungs- und Beweislast.

      PayPal behauptet eine angeblich nicht autorisierte Zahlung, wird die "Nicht-Autorisierung" aber nicht beweisen können, weil PayPal keine Authentifizierung ( zum Beispiel TAN oder ein moderneres Sicherungsmittel) vornimmt.
      PayPal glaubt einem simplen Mausklick von "irgendwem" und kann nicht darlegen, ob der berechtigte Konto-Inhaber oder beispielsweise seine minderjährigen Kiddies auf Papas Kosten gekauft haben.
      Das Risiko des Missbrauchs geht PayPal bewusst ein. Und PayPal haftet nach meiner Einschätzung selbst, falls ein Richter entscheiden müsste.
      Nur: darlegen und notfalls beweisen kannst Du fast garnichts. :/
    • Ich meinte mit eingefroren, dass das Konto im Minus ist und der Betrag auch vorher auf mein Konto eingegangen ist. Glücklicherweise haben wir das richtig gemacht. Gestern habe ich mir auch eine Verbrecherkartei diesbezüglich angesehen.
      Die machen es sich echt einfach, vor diesen Methoden muss gewarnt werden.
    • Wenn Du das Geld schon auf Deinem Konto hast, müsste PayPal klagen und würde nach meiner persönlichen Einschätzung an den meisten Deutschen Amtsrichtern scheitern. Vorausgesetzt natürlich, dass sich der Beklagte mit entsprechend sachlicher Argumentation zur Wehr setzt.
      Das wäre dann genau der Fall, den wir hier in diesem Thread behandeln.
    • Nochmal gefragt: Hast Du das Geld verfügbar auf einem Konto einer seriösen Bank, so dass Du jederzeit was bezahlen kannst?
      Oder ist das Geld bei PayPal auf einem Sperrkonto, Du kommst da nicht ran und in spätestens 180 Tagen ist es futsch bzw wird ausländischen PayPal-Managern vermutlich als Schwarzgeld ausgezahlt?

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Usambara ()

    • Hallo zusammen,

      bin leider ebenfalls Opfer der selben Betrugsmasche geworden (Paypal FuF-Zahlung / Abholung durch Strohmann / Meldung unauthorisierter Zugriff - Konto Paypal im Minus...).

      Habe diesen Thread hier mit Interesse verfolgt, jedoch gab es ja schon seit längerer Zeit keine Wasserstandsmeldungen zu ähnlichen Fällen. Kann hier jemand etwas neues berichten?

      Mein Paypal-Konto wurde ebenfalls ins Minus gesetzt und ich wurde zum Ausgleich aufgefordert. Dem werde ich jedoch nicht nachkommen, sondern ggf. den normalen Mahnverlauf abwarten.
      Eine Rechtschutzversicherung besteht leider nicht in meinem Falle.

      Vielen Dank im Voraus für euer Feedback.

      Viele Grüße
    • Dachte eigentlich, ich hätte hier schon ein finales Update gepostet: Bei mir hat der Anwalt sich mit KSP auf das Zahlen der Hälfte der Forderung geeinigt. Dem habe ich zugestimmt. Leider sich der Aufwand bei mir inkl. der RSV Selbstbeteiligung leider kaum gelohnt.
    • "Wasserstandsmeldung":

      Ich habe hier mehrere gleichgelagerte Fälle beobachtet.
      Gleichgelagert heißt, PayPal hat die Kohle wegen angeblich nicht autorisierter Zahlung beim Zahlungsempfänger zurückziehen wollen. Weil kein Guthaben auf dem PayPal-Konto war, hat PayPal das Konto ins "Minus" gesetzt und zum Ausgleich aufgefordert.

      PayPal lässt in den vergleichbaren Fällen durch die Anwaltskanzlei KSP bedrohlich mahnen, aber mir ist kein einziger Fall bekannt, dass PayPal tatsächlich Klage eingereicht hat. Siehe mein Beitrag 84.

      Die Forderungen PayPals sind noch nicht verjährt, insofern kann es sein, dass es PayPal irgendwann doch noch versucht.

      PayPal wird es schwer haben, seine Forderung rechtlich zu begründen.
      Die Ursache für möglichen Missbrauch durch "nicht autorisierte Zahlungsvorgänge" setzt PayPal selbst, indem PayPal völlig frivol auf jegliche Authentifizierung verzichtet. Das ist ganz offensichtlich das Gechäftsmodell "Masse statt Klasse" und wird durch bewussten Verzicht auf übliche Sicherheitsmaßnahmen beim Zahlungsvorgang erreicht.
      Anstelle einer sicheren (und überall banküblichen) Authentifizierung setzt PayPal auf Kontrolle der Zahlungsaufträge durch eine völlig undurchsichtige Software, die möglichen Missbrauch verhindern soll. Da scheint es aber Unsicherheiten zu geben, die allein PayPal zu vertreten hat. Die werden offenbar als Reibungsverluste inkauf genommen, so what?

      PayPals Geschäftsmodell nehme ich hin.
      Es ist erfolgreich für jährliche Milliardengewinne.
      Aber sollte sich PayPal an meinem Konto-Guthaben vergreifen, um seine durch eigenes Geschäftsmodell verursachten Ausfälle aufzuhübschen, würde ich PayPal öffentlich ans Kreuz nageln.
    • Kurzes Update auch zu meinem Fall:

      Nach gestrigem, ca. 15-minütigen, Telefonat mit einem Paypal-Mitarbeiter stehen laut PP die "Chancen gut, bis sehr gut, dass Sie ihr Geld wiederbekommen". Wie der PP-Mitarbeiter das jetzt genau einschätzen will, bleibt mir leider absolut ein Rätsel und dies habe ich ihm auch mitgeteilt. Ich habe mehrmals deutlich gemacht, dass ich aus zivilrechtlicher Sicht die Forderung anzweifle bzw. ein akute Mitschuld beim Konzern auf Grund einer massiven Sicherheitslücke bei der Zahlungsart Fam. und Freunde sehe. Erschreckend war jedoch, dass der Kollege aus der "Fachabteilung" gar nicht das Problem erkannt zu haben schien. Er verwies immer nur darauf, dass ich abwarten solle bis es intern untersucht wurde und dass meine Chancen gut stünden. So ein Blödsinn - warum sollte der Konzern freiwillig auf seine Forderung mit gegenüber verzichten? Mir ist bisher nur ein Fall (im Internet) bekannt, wo Paypal angeblich aus Kulanz in einem solchen Fall auf die Forderung verzichtet hat.

      Dass der Schaden bei mir im Verlust der Verfügungsmacht der Ware liegt bzw. im Verlust des Gegenwertes der Ware verstehen die dort partout nicht. Weitere Unterlagen zum Nachweis eines Betrugsdeliktes wollte man nur auf mein Drängen hin aufnehmen und sandte mir hierzu einen Download-Link zu.

      Kurzer Hinweis hierzu: Mittlerweile hat sich eine geschädigte Dritt-Person bei mir zurückgemeldet, von der die Zahlung an mich getätigt wurde und die ebenfalls "Opfer" in dem Falle ist, wobei die Person ja schon durch Paypal entschädigt wurde durch den gemeldeten "nicht authorisierten Zahlungsvorgang". Auch hier hat mir der Paypal-Mensch m.E. völligen Schwachsinn erzählt, indem dem behauptet wird die Zahlung sei erstmal eingefroren bis auf Weiteres...

      Also ich weiß nicht, was die da eingefroren haben (Ommas Hühnersuppe vielleicht?!). Fakt ist : Ich habe das Geld auf meinem Girokonto, ich habe habe eine Gegenforderung auf meinem (eingeschränkten) Paypal-Konto in gleicher Höhe, der andere Geschädigte hat auch sein Geld zurück. Also was genau soll jetzt hier eingefroren sein...? Dass ich telefonisch eine reine Kulanzlösung durch PP angefragt habe verstehen die Kollegen dort nicht.

      Nebenbei habe sowohl ich, als auch der ebenfalls Geschädigte Strafanzeige gestellt. Die für mich zuständige Polizeibehörde lies jedoch schon durch die Blume die geringen Erfolgsaussichten auf Aufklärung durchblicken...

      Fazit: Ich warte nun auf Rückmeldung von Paypal, ob in meinem Falle eine Kulanzlösung auf Grund eines durch PP mitverschuldeten Betrugsdeliktes gefunden werden kann (dies habe ich jedenfalls versucht in 15 Minuten dort zu verklickern). Hier solle ich mal "1-2 Tage abwarten - der Fall würde dort intern geprüft"....

      Man darf gespannt sein....
    • JaJo86 schrieb:

      Er verwies immer nur darauf, dass ich abwarten solle bis es intern untersucht wurde und dass meine Chancen gut stünden. So ein Blödsinn - warum sollte der Konzern freiwillig auf seine Forderung mit gegenüber verzichten?
      Möglicherweise hat PayPal Kenntnis von dieser Diskussion auf Auktionshilfe und ist durch einen Berichterstatter informiert.
      Dass ein Konzern mit Ausrichtung seiner Geschäfte an die Öffentlichkeit auch öffentlich geführte sachliche Diskussionen zur Kenntnis nimmt und sich nicht nur auf Stimmungsbarometer via e-Mail ("Geben Sie Ihr Feedback" / anonyme Online-Umfrage) verlässt, wäre anzunehmen.
      Vergleichbar eBay mit Forum, das machen die auch nicht nur zum Zeitvertreib.

      Da kann es sein, dass die untere "Fachabteilung" durch das Management ausgebremst wird und nicht die volle Wahrheit weiß oder sagen darf, bis vom Konzern eine generelle Richtlinie eventuell neu beschlossen ist.

      Also warte ab, Du hast ja die strittige Kohle zur Verfügung und derzeit noch keinen Schaden, schlimmstenfalls den Verlust Deines PayPal-Kontos. Macht Deine Oma für Dich ein neues auf und feddich.
      Was anderes bleibt Dir ohnehin nicht übrig.

      Wer jetzt der eigentliche Straftäter ist, sei es ein Familienangehöriger des Zahlers, der Zahler selbst oder ein fremder Dritter, der aus welchen Gründen auch immer Zugriff auf das Konto des Zahlers hatte und eine "nicht autorisierte Zahlung" auslösen konnte, wird vermutlich nie aufgeklärt. Fakt ist nur, dass PayPal eine nicht autorisierte Zahlung behauptet, diese aber dennoch ausgeführt hat, obwohl angeblich keine Autorisierung vorliegt.
      Wenn der Zahler die Autorisierung bestreitet, ist das ein Vorgang zwischen Zahler und Zahlungsdienstleister PayPal, auf den Du als Zahlungsempfänger Null Einfluss hattest.

      PayPal kennt die Schwächen seines Systems und verspricht den Zahlern werbewirksam Rückerstattung der Kohle, wenn sie die Autorisierung bestreiten.
      Ganz nebenbei, dazu sind sie sogar gesetzlich verpflichtet, wenn sie die Autorisierung des Zahlers nicht nachweisen können.
      Aber PayPal weist garnichts nach und zahlt freiwillig und erstattet noch nicht einmal Strafanzeige.
      PayPal kann auch garnichts nachweisen, weil PayPal die angebliche Autorisierung nicht authentifiziert.