Warnung vor folgendem Konto Kerstin Hollnberger DE59100110012625088800 auf NTSBDEB1XXX

    • Stubentiger schrieb:

      This_is_War schrieb:

      Alle Kommunikation ist innerhalb Ebay gelaufen, also keine Fake Emails. Deutsche Kontonummer
      mal interessehalber: hast du das Konto in der Kaufabwicklung (hinterlegt) genannt bekommenoder per "Nachricht im Ebay-System"?
      Der Verkäufer/die Verkäuferin "wuelratte" hatte an einen anderen verkauft und ich war nicht der Höchstbietende. Das Angebot war also beendet und "wuelratte" hatte den Artikel auch nicht wiedereingestellt. Sonst hätte ich definitiv auch mit PayPal gezahlt. Ich wurde dann eine Woche später von "wuelratte" über das Ebay-interne Nachrichtensytem von "wuelratte" angeschrieben, ob ich kaufen will und wenn ja, dann auf das Konto der N26 überweisen.

      Hier wurde ganz perfid mit wirksamen psychologischen Tricks gearbeitet. Vor dem Hintergrund der psychologischen Raffinesse ziehe ich eh den Hut. Das sind ganz schlaue Figuren. Weit weg von den Kaugummi-aus-dem-Automaten-Klauern.
    • This_is_War schrieb:

      Hier wurde ganz perfid mit wirksamen psychologischen Tricks gearbeitet. Vor dem Hintergrund der psychologischen Raffinesse ziehe ich eh den Hut. Das sind ganz schlaue Figuren. Weit weg von den Kaugummi-aus-dem-Automaten-Klauern.
      Sorry, aber da muss ich Dir widersprechen.
      Der Spacko, von dem Du da mit simpelsten Methoden um Dein Geld gebracht wurdest, gehört zur untersten kriminellen Liga. Billige Betrügereien im Internet sind das Einzige, was diese Gestalten auf die Beine stellen können. Das sind jungsche Typen, irgendwo zwischen volljährig und Mitte 20, ohne Bildung und Niveau, die sich selbst für die Größten halten, weil sie Menschen, die (aus ihrer Sicht) so blöd sind, für ihr Geld tatsächlich zu arbeiten, eben dieses Geld völlig problemlos abknöpfen. Kaum einer von denen ist in der Lage, mehrere Sätze in fehlerfreiem Deutsch zu schreiben, die sind dumm wie Brote und ihre Lebenseinstellung bzw Weltsicht ist fernab jeder Realität.

      Ich weiß, Du wirst das jetzt nicht gerne hören, aber der Grund, weswegen derart unterbelichtete Galgenvögel trotzdem mit ihren Betrügereien so erfolgreich sind, ist, daß ihre Opfer es ihnen so entsetzlich leicht machen. Du regst Dich (zu Recht) über die Dämlichkeit der Kerstin Hollnberger auf, aber tatsächlich warst Du fast genauso fahrlässig.
      Du hast knapp 1000 Euro (!!) an irgendwen überwiesen, von dem Du nichts, aber auch garnichts wusstest. Durch den Kauf an eBay vorbei hattest Du nichtmal Name und Anschrift des Accountinhabers (die Du aber wahrscheinlich, wie ca 95% aller eBay-Nutzer auch, sowieso nicht überprüft und verifiziert hättest). Ja, es gibt bei eBay Angebote an unterlegene Bieter, aber die laufen nicht anonym übers Nachrichtensystem, sondern das ist eine Funktion auf der Plattform, bei der durch einen Klick des Verkäufers ein Sofortkaufangebot direkt bei eBay in Höhe des Gebotes des Zweitbieters nur für diesen sichtbar erstellt wird. Wenn der unterlegene Bieter das Angebot annimmt, bekommt er, genau wie der Gewinner der Auktion, eine Mail von eBay mit Name und Anschrift des Verkäufers.
      Hättest Du diese Mail gehabt, wäre Dir als erstes hoffentlich aufgefallen, daß "Kerstin Hollnberger" nicht die Verkäuferin ist. Das ist zwar alleine noch kein Totschlagsargument, aber schonmal ein erster Anhaltspunkt.
      Und bevor man zweitens irgendeinem Unbekannten einfach mal so 1000 Euro überweist, stellt man doch absolut sicher, daß derjenige, mit dem man da ein Geschäft abschließen will, auch wirklich derjenige ist, der er zu sein behauptet und an der angegebenen Adresse wohnt. Ohne persönliche Kommunikation über eine Festnetz-Telefonnummer, die per Vorwahl genau zur Adresse bei eBay passt, würde ich nichtmal 100 Euro an irgendwen überweisen, geschweige denn das Zehnfache davon. Vorzugsweise rufe ich den Verkäufer an unter einer Telefonnummer, die ich über Google oder Telefonbuch selbst gefunden habe.
      Wenn der Verkäufer behauptet, garkeinen Festnetz-Anschluss zu haben, dann schicke ich ihm einen Brief an die bei eBay angegebene Adresse. Das dauert maximal 48 Stunden, solange muss er dann halt warten. Dann kann er mir den Code, den ich ihm per Brief geschickt habe, mitteilen und ich weiß zumindest, daß er tatsächlich der Accountinhaber ist.
      Und wenn er dann behauptet, daß er grade zufällig im Urlaub ist und seine Schwiegermutter die Ware versendet, dann hat sich die Sache ohne persönliche Abholung bei der Schwiegermutter halt erledigt. Egal, wie gerne ich dien ARtikel haben möchte. Im übrigen kaufe ich Ware über 50 EUR sowieso nur in der Region oder an Standorten, wo ein Freund oder Verwandter sie abholen kann.
      Der Täter hätte Dir, wenn Du danach gefragt hättest, wahrscheinlich sogar eine "Ausweiskopie" geschickt. 99% aller Käufer bei eBay und den Kleinanzeigen halten Bilder irgendeines Ausweises, die ihnen irgendein Unbekannter schickt, tatsächlich für eine sichere Identifikationsmethode, ohne je auf die Idee zu kommen, daß es sich in den meisten Fällen erstens um eine Fotomontage handelt. Und sie zweitens damit immernoch nicht wissen, wie derjenige, der dieses Bild versendet hat, tatsächlich aussieht. Ein Personalausweis ist nur dann eine Identifikationsmethode, wenn der darauf abgebildete Inhaber damit persönlich vor einem steht. Ein Selfie mit dem Ausweis in der Hand ist genauso Bullshit wie das Bild vom Ausweis selbst, weil nämlich inzwischen vor allem bei den Kleinanzeigen fast jeder zweite Nutzer dämlich genug ist, entsprechende Fotos von sicxh und seinem Ausweis wahllos an jeden Unbekannten zu senden, der danach fragt. Und dann wundern sich dieselben Nutzer kurz darauf, daß diese Bilder von Betrügern benutzt werden, um andere Nutzer abzuzocken :wallbash

      Tatsache ist: Inzwischen denkt kaum noch jemand darüber nach, was er im Net tut.
      Immer wieder gerne nutze ich das Beispiel: Du würdest doch auf einem Flohmarkt auch nicht einer komplett vermummten Gestalt 1000 Euro in die Hand drücken, nur weil die Dir verspricht, daß sie eine Woche später mit einem wertvollen Objektiv wieder da ist. Wenn das für Dich völlig bescheuert klingt, dann frage ich, wieso es für Dich nicht ebenso absurd war, genau das im Internet zu tun ?!
      Vorkasse für einen Kauf zu leisten, das hat überhaupt erst eBay eingeführt. Bis vor 20 Jahren wäre niemand überhaupt auch nur auf die Idee gekommen, für eine Ware bereits zu bezahlen, die man noch garnicht in der Hand hatte. Da wurde entweder Zug um Zug gekauft (zB Nachnahme). Oder der Verkäufer hat geliefert und der Käufer anschließend die Ware bezahlt. Und dann kam eBay und hat dieses System einfach mal so auf den Kopf gestellt. Und seitdem hat sich die Haltung der Käufer, keinerlei Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen und immer leichtfertiger immer irrsinnigere Dinge im Internet ohne nachzudenken einfach mal zu machen, seuchenartig immer mehr ausgebreitet.

      Die einzigen in diese Betrügereien verwickelten Täter, die zumindest ein bißchen Phantasie brauchen, sind die, die die unfreiwilligen Kontoinhaber dazu bringen, diese Videoidentverfahren zu machen. Aber selbst dabei ist, wie man hier sehr gut sieht, offenbar nichts absurd genug, daß nicht noch hunderte von mündigen Personen das für völlig glaubwürdig und normal halten. Wenn ich daran denke, daß dieselben Personen wählen und Kinder erziehen dürfen, läuft es mir kalt den Rücken runter...

      Es braucht keinerlei psychologische Raffinesse, um täglich zigtausende von Phishing-Mails mit Links zu Fake-Einlogseiten zu versenden. Wenn nur jeder hunderste blöd genug ist, trotz aller seit Jahrzehnten bekannten Warnungen auf so einen Link zu klicken und sich darüber entweder in sein Mail-Postfach oder bei eBay direkt einzuloggen, dann reicht das schon völlig.
      Dito, wenn nur jeder hunderste trotz aller Warnungen so blöd ist und den Anhang so einer "unbezahlte Rechnung"-Mail zu öffnen und sich damit einen Keylogger auf den PC läd.
      Es braucht noch weniger Raffinesse, um 50 solcher gehackten eBay-Accounts und 2-3 Bankkonten im Darknet zu kaufen.
      Und ebensowenig Raffinesse braucht es, um dann Bilder und Artikelbeschreibungen von echten hochwertigen Angeboten bei den Kleinanzeigen 1:1 zu kopieren und für ein Betrugsangebot bei eBay zu verwenden. Alles was der Täter bei Dir unternommen hat, macht der stumpf mit gleichförmiger Routine jeden Tag 10-50 mal. Nach immer dem gleichen System mit immer denselben Texten. Außer Dir hat wahrscheinlich auch der Dritt- und Viertbieter (je nach deren Gebotshöhe) noch das gleiche Angebot, an eBay vorbei zu kaufen, mit demselben Text bekommen.
      Danach braucht der Täter dann nur noch abzuwarten, wer sich meldet und ihm sein Geld schenken möchte. Wenn er Glück hat, verkauft er so denselben nichtvorhandenen Artikel parallel gleich an 3-4 Schnäppchenjäger gleichzeitig. Da muss er lediglich aufpassen, daß er mit der Kommunikation nicht aus Versehen durcheinanderkommt.

      Und um anschließend mit dem Geld der betrogenen Opfer bei irgendeiner Plattform in UK Bitcoins zu kaufen (eine "virtuelle" Währung, deren Existenz und Nutzung aber offenbar auch immer weniger Menschen für seltsam oder gar bedenklich hält), braucht es ebenfalls keine Raffinesse, sondern lediglich das Wissen, wo man diese "Währung" grad besonders gut anonym kaufen kann. Über solche Details tauschen sich die ansonsten eher strunzdoofen Täter in entsprechenden Untergrundforen wie crimenNetwork oä aus.


      Vermutlich bist Du jetzt erstmal angepixxt und wirst mir vorwerfen, Dir zum erlittenen Schaden auch noch Spott hinterherzuwerfen.
      Allerdings würde ich mir dann kaum die Mühe so vieler Worte machen.
      Meine Intention ist es, die Leute endlich zum Umdenken anzuregen. Die Täter sind dank hysterischer "Datenschützer" und völlig unkontrolliertem Zugang ins Net in aller Regel nicht zu fassen. Aber sie wären völlig erfolglos, wenn jeder Käufer einfach nur im Internet dieselben Regeln anwenden würde wie im realen Leben.
    • This_is_War schrieb:

      Der Verkäufer/die Verkäuferin "wuelratte" hatte an einen anderen verkauft und ich war nicht der Höchstbietende. Das Angebot war also beendet und "wuelratte" hatte den Artikel auch nicht wiedereingestellt. Sonst hätte ich definitiv auch mit PayPal gezahlt.
      Auch da muss ich Dir übrigens widersprechen.
      Mit 100%iger Sicherheit hatte der Täter in der Auktion Paypal als Zahlmethode garnicht angeboten. Die Spackos von CrimeNetwork sind zum betrügen mit Paypalzahlung garnicht fähig, die "arbeiten" ausschließlich mit Überweisung. Du hättest also auch als Auktionsgewinner oder bei einem regulären SCO (Second Chance Offer) nicht mit Paypal, sondern ausschließlich per Überweisung bezahlen können.
      Wenn Du "definitiv mit Paypal" zahlen wolltest, hättest Du bei der Auktion garnicht mitbieten dürfen.
    • Schützin schrieb:

      Vermutlich bist Du jetzt erstmal angepixxt und wirst mir vorwerfen, Dir zum erlittenen Schaden auch noch Spott hinterherzuwerfen.Allerdings würde ich mir dann kaum die Mühe so vieler Worte machen.
      Meine Intention ist es, die Leute endlich zum Umdenken anzuregen. Die Täter sind dank hysterischer "Datenschützer" und völlig unkontrolliertem Zugang ins Net in aller Regel nicht zu fassen. Aber sie wären völlig erfolglos, wenn jeder Käufer einfach nur im Internet dieselben Regeln anwenden würde wie im realen Leben.
      Nein, ist doch in Ordnung. Du hast ja absolut recht. ich habe die 640 Bewertungen gelesen und eine davon war "wer Sie als Verkäufer hat, kann sich glücklich schätzen" und eben der Frauenname und die deutsche Bankleitzahl. Wie solche Betrügereien laufen, wer das was wie einfädelt, das weiß ich erst nach dieser Lektion.

      Ich denke, das ist das wesentliche Problem. Man rechnet nicht damit, Opfer eines Betrügers zu werden. Nenne es Gutgläubigkeit, Naivität oder Dummheit. Vielleicht aucn ein mittlerweile alltägliches Risiko. Du kannst in der Fussgängerzone einen Kaffee trinken und eine Minute später mit einer Kugel im Kopf auf dem Boden liegen.

      Alles möglich, aber niemand rechnet damit, genau der zu sein, den es trifft. Die Wahrscheinlichkeit eines Ebay-Betruges zu werden ist denke ich sehr hoch. Bei mir war es der Umstand, ich war 8 Monate schwer krank und hatte mir dieses Objektiv vom sauer - trotz lediglich Krankengeldbezug - ersparten und zurückgelegten Geld als Belohnung für die monatelangen Schmerzen schenken wollen.

      In dem Moment war es eine emotionale Handlung. Dazu noch die Mutter in derselben Woche ins Koma gefallen mit Schädelbruch ... was soll ich sagen. Aber es passte, der Täter hat mir mit das passende Opfer gefunden.

      Schön geschrieben. Hast Dir solche Mühe gemacht. :thumbup:

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    • Guten Morgen ...

      ein wenig nochmal über den gesamten Vorgang nachgedacht.

      Die ermittelnden Behörden ... Es ging doch schon los mit der "Zielperson" Hollnberger. Ich sage noch beim Erstellen an den Beamten, "stellen Sie die Anzeige gegen Unbekannt, die Hollnberger ist vermutlich nur eine Nebelkerze"

      Und was passiert? Die Staatswanwaltschaft Stuttgart schießt in Richtung Hollnberger und ermittelt gegen Sie. Ich soll oder werde jetzt gegen sie zilivrechtlich vorgehen. Das ist alles recht absurd, denn wie ich schon immer schreibe, der eigentliche Täter freut sich was hier abgeht und wie wunderbar gut sein Verwirrspiel funktioniert. Ich muss auch sagen, wenn hier die Frauds (ihr seht, ich lerne Eure Sprache) amüsiert mitlesen, ich verstehe ihre Erheiterung.

      • Ihr müsst uns naiven und betrogenen EBAY-Daus erst mal seitenlang erklären, was mit uns genau passiert ist und warum wir mit unseren Gedanken, an das Geld wieder heranzukommen, falsch liegen.
      • Die Behörden haben offensichtlich nur Dienstwege im Hirn aber hier von Ermittlung zu sprehen, ist völlig überzogen. Nennen wir es besser Protokollierung eines nicht zum Täter führenden Vorganges
      • Weiterführende Ermittlungen ins Ausland oder Ermittlungen mit größerem Aufwand sind ganz klar der Überlastung der Beamten gezolltes, nicht in Betracht gezogene Handlungsweisen
      • Staatsanwälte sind degradierte Entscheidungsmaschinen, unfähig zu reflektierenden Denkprozessen und handeln umgehend wenn Sie einen plausiblen "in-dubio-pro-Reo" Paragraphen vorgesetzt bekommen
      • frustrierte Betrogene sehen die Ausweglosigkeit der Maßnahmen und deren Nichtgreifen (Wirkungsgrad geht gegen null) und 99 % der Betrogenen geben entnervt auf
      • die Betrüger erkennen die geschaffenen Freiräume und verfeinern weiter Ihre Methoden für neue Deals
      • das Staats und Rechtssystem ist derart arschlahm, die kommen mit der Dynamik der virtuellen Welt nicht mehr mit.
      Ich staune immer mehr, mit welch großen Handlungsspielräumen diese Frauds ausgerüstet sind wie wenig gegen sie ermittelnd erreicht wird. Ich und Ihr auch - ihr habt ja auch weitere Infos bekommen -wissen vom eigentlichen Betrüger 3 Fakten, die zielführender auf ihn hin wären.

      Ich habe große Lust und werde das am Montag angehen, mit diesen Fakten nochmals Anzeige gegen diesen Fraud mit diesen Daten zu stellen.
    • Fraud ist der Betrug, der Betrüger wäre dann der Fraudster. Selbst betiteln sich mache von den Idioten auch manchmal als Fraudler, weil sie nichtmal das englisch, dessen Benutzung sie in ihren Kreisen so "cool" finden, richtig beherrschen und deswegen oft völlig bekloppte Wortneuschöpfungen kreieren. Aber begib Dich nicht auch noch auf dessen eh schon unterirdisches Niveau, nenne den Täter ruhig weiter Betrüger...

      Die Weiterermittlungen ins Ausland bringen wirklich nichts, da kannst Du sicher von ausgehen.
      Soweit ich weiß, werden die Ermittlungsbehörden in UK bei Amtshilfeersuchen aus dem Ausland erst ab 5stelligen Schadenssummen überhaupt tätig (zumindest war das vor ein paar Jahren noch so).
      Und selbst wenn eine Ermittlungsbehörde in UK bei der Firma, der das Konto bei der Deutschen Kontor gehört, nachfragen würden, bekämen sie (sinngemäß) nur zur Antwort, daß Hans Müller mit der Mailadresse 0815@freenet.de bei ihnen ein Nutzerkonto für irgendein Zahlungssystem erstellt / eine Prepaid-Visa-Karte bestellt oder Bitcoins gekauft hat und sie außer einer IP-Adresse eines Proxy-Servers ansonsten keine weiteren Informationen zu diesem Nutzer haben.

      Die Ermittlungen in diesem Fall geben mir allerdings tatsächlich zu denken, normalerweise wird bei einem gehackten eBay-Account immer zuerst routinemäßig gegen den Accountinhaber ermittelt, denn mit dem hättest Du ja normalerweise den Kaufvertrag. In Deinem Fall hast Du zwar über eBay kommuniziert, aber an eBay vorbei gekauft. Nach meinem Dafürhalten macht das aber erstmal keinen großen Unterschied, offiziell hast Du mit dem eBay-Account wuelratte kommuniziert. Und nur, weil eBay dann behauptet, daß der gehackt war, wäre mir völlig neu, daß die Ermittlungsbehörden das jetzt neuerdings nicht mehr wenigstens hinterfragen und den Accountinhaber dazu hören, bevor sie dann in Richtung des Kontoinhabers weiterermitteln.
      In 98% der Fälle (auch in diesem) ist die Einvernahme des Accountinhabers zwar Zeitverschwendung und bestätigt, daß der gehackt war. Darauf aber gleich komplett zu verzichten, lässt dann die 2% der Fälle, in denen die Behauptung, der Account sei gehackt gewesen, nicht stimmt, ungeschoren.
      Im Übrigen konnten die Ermittlungsbehörden ja ohne Datenabfrage bei eBay nichtmal wissen, ob nicht die Kerstin Hollnberger auch die Accountinhaberin ist. Schon ziemlich schräg, das Ganze. Aber in diesem Falle wurscht, weil die Ermittlung gegen die Kontoinhaberin ja im Prinzip richtig war. Nur daß die sich halt nach den in Deutschland geltenden Gesetzen nicht strafbar gemacht hat und auch mit der eigentlichen Betrugstat nichts zu tun hat.

      Was mir aber ausgesprochen quer liegt, ist die Tatsache, daß die Staatsanwaltschaft am Wohnort der Kontoinhaberin nach eigenem Bekunden Kenntnis hat von mindestens 2 weiteren Ermittlungsvorgängen im Zusammenhang mit derselben "Fake-Firma", von der auch Kerstin Hollnberger geködert wurde. Da dürfte es sich also wahrscheinlich um weitere "unfreiwillige Kontoinhaber" handeln, die auf die gleichen Stellenanzeigen hereingefallen sind und ein Bankkonto bei der N26 per Videoident freigeschaltet haben.
      Wieso also diese Ermittlungen nicht gebündelt wurden, die sich ja wohl erkennbar gegen denselben Täter richten, das ist mir erstmal völlig schleierhaft.

      Allerdings ist derjenige, der diese Bankkonten angemeldet und von den dussligen Ausweisinhabern hat freischalten lassen, mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht derjenige, der dann das Bankkonto benutzt und Dich um Dein Geld gebracht hat...
    • Schützin schrieb:

      Was mir aber ausgesprochen quer liegt, ist die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft am Wohnort der Kontoinhaberin nach eigenem Bekunden Kenntnis hat von mindestens 2 weiteren Ermittlungsvorgängen im Zusammenhang mit derselben "Fake-Firma", von der auch Kerstin Hollnberger geködert wurde. Da dürfte es sich also wahrscheinlich um weitere "unfreiwillige Kontoinhaber" handeln, die auf die gleichen Stellenanzeigen hereingefallen sind und ein Bankkonto bei der N26 per Videoident freigeschaltet haben.

      Wieso also diese Ermittlungen nicht gebündelt wurden, die sich ja wohl erkennbar gegen denselben Täter richten, das ist mir erstmal völlig schleierhaft.
      Sehr gut kombiniert und hoch aufmerksam gelesen. Ich habe das überlesen . :wallbash .. . Bei wem soll ich das hinterfragen? Was meinst Du mit "Was mir aber ausgesprochen quer liegt"?

      Schützin schrieb:

      Allerdings ist derjenige, der diese Bankkonten angemeldet und von den dussligen Ausweisinhabern hat freischalten lassen, mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht derjenige, der dann das Bankkonto benutzt und Dich um Dein Geld gebracht hat...
      Das ist es ja .. für jeden Furz ist ein anderer Täter aktiv.

      Schützin schrieb:

      Soweit ich weiß, werden die Ermittlungsbehörden in UK bei Amtshilfeersuchen aus dem Ausland erst ab 5-stelligen Schadenssummen überhaupt tätig (zumindest war das vor ein paar Jahren noch so).
      Ich weiß jetzt nichts mehr dazu zu schreiben. Das ist der perfekte Schutzschild. Vielen Dank für Deine Erklärungen, auch wenn diese für mich faktisch stark ernüchternd wirken.

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    • Wenn mir "was querliegt" (im Halse), kann ich es nicht problemlos schlucken.

      Und bei wem Du das hinterfragen könntest? Wahlweise bei der Staatsanwaltschaft, von der das betreffende Schreiben kam.
      Oder auch bei den jeweiligen Staatsanwaltschaften, die für die betreffenden Aktenzeichen zuständig sind.
      Allerdings wirst Du damit kaum irgendwo Begeisterung auslösen...
      Der Grund, weswegen solche Fälle, trotz intern durchaus vorhandener Kenntnis der Zusammenhänge, nicht gebündelt werden, ist, daß ein Ermittlungsverfahren immer mehr Papier und Akten umfasst, je mehr Einzelfälle es beinhaltet. Und welcher Staatsanmwalt möchte schon einen solchen Berg von Akten ausgerechnet in seiner Zuständigkeit haben ??!

      Eine automatische zentrale Zuständigkeit, die sich aus dem Standort einer real existierenden Firma ergäbe, wird in diesem Fall garantiert mit der Begründung verneint, daß es die falsche "Conrad Elecronics" ja an der angegebenen Adresse nicht wirklich gibt. Es müsste also wohl eine Dienststelle aus Ermittlungsinteresse die zentrale Zuständigkeit für den Fall übernehmen.
      Wenn sich aber erstmal irgendeine Dienststelle für zentral zuständig erklärt, besteht die Gefahr, daß anschließend noch viel mehr Fälle aus ganz Deutschland eilends auf den bereits vorhandenen Berg draufgeworfen werden. Das ganze könnte, wenn irgendwer offiziell zentrale Ermittlungen dazu aufnimmt, eine Art Schneeballsystem werden, aus der eine Lawine wird, die dann den ermittelnden Beamten nicht nur sinnbildlich, sondern buchstäblich begräbt.
      Zuerst übernimmt der nur die Ermittlungen zur gefakten "Conrad Electronics". Also alle Strafanzeigen der "unfreiwilligen Kontoinhaber", die ein Videoidentverfahren gemacht haben, um bei dieser Fake-Firma einen Job zu kriegen (wobei mir btw bisher auch jeder Hinweis fehlt, daß Kerstin Hollnberger selbst ihrerseits auch eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat !!).
      An diesen Bankkonten hängt dann jeweils ein Rattenschwanz von Geschädigten, die auf das betreffende Bankkonto überwiesen haben (bis der Täter, der die Konten eröffnet hat, gefasst ist und gegebenenfalls etwas anderes zu Protokoll gibt, muss man ja logischerweise erstmal davon ausgehen, daß der diese Bankkonten dann auch selbst zum betrügen genutzt hat).
      Zu den Anzeigen der betrogenen Käufer gesellen sich dann gegebenenfalls auch noch die Anzeigen der Accountinhaber, deren Accounts gehackt wurden. Auch da fehlt btw bisher jeder Hinweis, daß der Accountinhaber von "wuelratte" Anzeige erstattet hat, der wurde definitiv Opfer einer Straftat, für die übrigens, anders als für Deinen "einfachen" Betrug, sogar automatisch direkt das LKA zuständig ist!! ==> Computerbetrug

      Wenn jetzt bei einem dieser gehackten Accounts zB verschiedene Käufer desselben Accounts verschiedene Bankkonten genannt bekamen, dann ist damit sehr sicher zwischen diesesn Bankkonten ein Zusammenhang hergestellt.
      Und wenn nun die unfreiwilligen Kontoinhaber dieser verschiedenen Konten evtl auf unterschiedliche Fake-Firmen hereingefallen sind, dann ergibt sich zwischen diesen Fakefirmen natürlich ebenfalls ein Zusammenhang. Womit dann sämtliche Anzeigen zu dieser zweiten Fake-Firma ebenfalls beim Sachbearbeiter, der sich für die falsche "Conrad Electronics" als zentral zuständig erklärt hat, auf dem Tisch landen. Möglicherweise wurde eins der Bankkonten dann auch noch parallel bei eBay und einem Fake-Shop genannt (kommt durchaus öfter vor, daß 2 verschiedene Täter auf dasselbe Bankkonto überweisen lassen, die arbeiten dann als "Filler" für einen "Dropper"). Dann hat der Beamte in Nullkommanix mehrere hundert Anzeigen auf dem Tisch, von denen jede immernoch einen Rattenschwanz weiterer Anhängsel hinter sich herzieht.
      Und wenn Du Dir dann anschaust, welchen Umfang bereits die völlig substanzlose "Ermittlungs"-Akte in Deinem Fall hat, kannst Du Dir evtl vorstellen, daß in den seltenen Fällen, in denen sich tatsächlich mal eine Dienststelle an so eine Betrugsserie herangewagt hat, die Beamten zum Teil Container aufstellen mussten, um die Aktenordner irgendwo zu stapeln...

      Genau das weiß jeder Staatsanwalt.
      Und aus diesem Grund verbietet praktisch jeder Staatsanwalt seinen Ermittlungsbeamten kategorisch, die Worte "zentrale Ermittlung" bei Serienbetrug im Internet auch nur zu denken.
      Es gibt ab und an tatsächlich mal Polizeibeamte, die noch wirklich ermittlungswütig sind und anfangen, ohne ausdrücklichen Auftrag Zusammenhänge zu dokumentieren. Und da kann man dann Gift drauf nehmen, daß die eher früher als später von ihren Vorgesetzten zurückgepfiffen werden. Das geht so weit, daß solche Beamte massiv unter Druck gesetzt werden, sie werden zwangsversetzt, bei Beförderungen übergangen und zum Teil ganz unverhohlen mit Disziplinarmaßnahmen bedroht.