KLEIDERKREISEL - Muss man wirklich alles hinnehmen?

    • KLEIDERKREISEL - Muss man wirklich alles hinnehmen?

      Hallo zusammen,

      auf der Suche nach einer eBay-Alternative für den privaten Verkauf getragener, aber gepflegter Kleidung, wurde mir die Online-Plattform Kleiderkreisel empfohlen.

      Eigentlich wollte ich mich vorab lediglich über die Gebühren erkundigen und wann diese erhoben würden.

      Anstatt der Gebühren fand ich AGB der Kleiderkreisel GmbH, die an Dreistigkeit wohl kaum zu übertreffen sind.
      Einmal abgesehen von der Tatsache, dass sowohl die AGB, die Datenschutzerklärung und fast alles andere, was sich die Kleiderkreisel GmbH hier heraus nimmt, unzulässig, irreführend und wie ich meine sogar abmahnwürdig ist.

      Meine persönliche Meinung:

      Diese Bestimmungen entsprechen nicht den gesetzlichen Vorgaben zur Nutzung von AGB.

      AGB der Kleiderkreisel GmbH:

      kleiderkreisel.de/terms-and-conditions


      Kleiderkreisel weist darauf hin kein Vertragspartner zu sein, nimmt allerdings massiven Einfluss auf die gesetzlichen Bestimmungen beim Kaufvertrag nach § 433 BGB.

      Beispiel:

      12. Haftung
      Kleiderkreisel stellt als Betreiber lediglich eine Plattform und damit die technische Vorrichtung zur Verfügung, um einen Warenaustausch und eine Kommunikation unter den Mitgliedern zu ermöglichen. Kleiderkreisel ist an den über die Plattform geschlossenen Verträgen weder als Vertragspartner eines Mitglieds noch als Vertreter bzw. Erfüllungsgehilfe oder in sonstiger Weise beteiligt.
      f) Den Parteien des Kaufvertrages ist es vorbehalten, durch Rücktritt vom Kaufvertrag die Transaktion bei Vorliegen eines besonderen, vernünftigen Grundes einseitig abzubrechen.Ein solcher Abbruch ist jedoch nur unter den folgenden Voraussetzungen möglich:
      • Zeitpunkt des Abbruchs: Zum einen muss der Abbruch zu einem Zeitpunkt erfolgen, in dem der Artikel vom Verkäufer noch nicht als verschickt markiert wurde. Auch ist ein Abbruch nur bis zu dem Zeitpunkt möglich, in dem die Transaktion nach Buchstabe e) automatisch abgebrochen wird.
      • Grund des Abbruchs: Zum anderen muss der Abbruch auf einem besonderen, vernünftigen Grund beruhen. Kleiderkreisel bietet zu diesem Zwecke eine abschließende Liste mit in Betracht kommenden besonderen, vernünftigen Gründen an. Im Zweifelsfall trifft den jeweils abbrechenden Benutzer die Pflicht, darzulegen, dass der Abbruchsgrund tatsächlich vorgelegen hat.
      Im zuvor genannten Umfang werden Käufer und Verkäufer vertragliche Rücktrittsrechte eingeräumt.
      Rechtsfolge des Abbruchs ist das Erlöschen des Kaufvertrages. Der Käufer erhält den von ihm entrichteten Kaufpreis inklusive Versandkosten umgehend über die von ihm gewählte Zahlungsmethode zurückerstattet.
      Kleiderkreisel behält sich vor, im Falle von (insbesondere wiederholten) einseitigen Transaktionsabbrüchen zu Lasten der abbrechenden Partei automatisch Sanktionen nach Ziffer 10.1, wie eine schlechte Bewertung oder ähnliche Maßnahmen, zu verhängen.
      g) Darüber hinaus kommt ein Rücktritt vom Vertrag für Käufer und Verkäufer ausschließlich in den gesetzlich vorgesehenen Fällen in Betracht. Die Rückabwicklung des Vertrages obliegt.


      Kleiderkreisel antwortet weder auf Anfragen, noch scheint es Handlungsbedarf im Bezug auf Änderungen zu geben.




      Kleiderkreisel – Datenschutzerklärung

      Mag sein, dass ich mich täusche. Dennoch halte ich die Datenschutzerklärung, so jedenfalls für unzulässig.

      Zum einen halte ich den Umfang der Daten, die Kleiderkreisel angeblich aus Sicherheitsgründen erhebt für überzogen – zum anderen ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar, wo und wie meine persönlichen Daten gespeichert werden, bzw. wer letztendlich Zugriff auf die gesammelten Daten hat.

      Fakt ist:
      Die Bestimmungen in der Datenschutzerklärung widersprechen denen in den AGB.
      So war eine Registrierung ohne Facebook – oder Google-Account nicht möglich.

      Beispiel: Zahlungsmöglichkeiten:


      Bestimmung in der Datenschutzerklärung von Kleiderkreisel:

      (d) Bezahlung
      Unter "Bezahlung" kannst du die Bankdaten (Name des Kontoinhabers und IBAN) des Kontos hinterlegen, auf das die Käufer der von dir über die Plattform verkauften Waren, die Bezahlungen vornehmen sollen.


      Bestimmung in den Allgemeine Geschäftsbedingungen von Kleiderkreisel:

      5.2 Zahlungsmittel
      Die von Kleiderkreisel im Prozess nach Betätigung des "Kaufen" Buttons vorgesehenen Zahlungsmittel sind die folgenden, zwischen denen der Käufer auswählen kann:
      • Bezahlung über das elektronische Zahlungssystem MANGOPAY per Kreditkarte (Visa oder Master), SOFORT Überweisung oder PayPal,
      • Bezahlung direkt aus dem sogenannten e-wallet / Geldbeutel, sofern von Kleiderkreisel angeboten und sofern darin Guthaben vorhanden ist.




      Kleiderkreisel – Datenschutzerklärung

      kleiderkreisel.de/privacy-policy

      Wie beurteilen Experten diese Datenschutzerklärung?
      Muss man diese so hinnehmen, oder kann man ihr auch teilweise widersprechen, bzw. detaillierte Angaben zum Umgang mit persönlichen Daten verlangen?
      Falls ja – wie formuliert man am besten ein solchen Anliegen, um tatsächlich auf der sicheren Seite zu sein?

      Welches Interesse kann ein Unternehmen wie Kleiderkreisel an sensiblen Daten seiner Nutzer haben – wenn nicht den des Datenhandels?

      Kleiderkreisel bieten Versicherungsschutz an und verlangt das Doppelte von PayPal!

      Welche Leistungen letztendlich erbracht wird entscheidet Kleiderkreise nach eigenem Ermessen.

      Kleiderkreisel prüft sogar ob die Ware tatsächlich verschickt wurde – auf welche Art, bleibt wie Vieles ein Geheimnis.

      Wer Versicherungs-Schutz gegen Geld anbietet ist verpflichtet, detaillierte Versicherungsbestimmungen vorzulegen. Das erkenne ich hier jedenfalls nicht!

      Bedingungen Kleiderkreisel - Käuferschutzes
      kleiderkreisel.de/pages/Bedingungen-des-Kauferschutzes


      Liste kostenpflichtiger Zusatzleistungen
      Für diesen zusätzlichen Versicherungsschutz durch Kleiderkreisel fällt eine Gebühr in Höhe von 0,70 Euro plus 4% auf den Verkaufspreis (ungeachtet etwaiger Versandkosten) je Transaktion an.

      FAZIT:

      Hier geht es nicht um rechtliche Erbsen-Zählerei oder das Beanstanden rechtlich nicht ganz korrekter Formulierungen eines privaten Anbieters.

      Hie handelt es sich um eine Handelsgesellschaft, die u.a. zur Doppelten Buchführung verpflichtet ist.

      Letztendlich stellt sich mir nur die Frage:

      Basieren diese Bestimmungen von Kleiderkreisel auf Inkompetenz oder auf Dreistigkeit?