Griechenland ...

    • Ich weiß nicht, wie bitter es für die EU insgesamt wird. Für Griechenland wird es aber mit Sicherheit übel, bestehen die griechischen Euro-Schulden doch fort, auch wenn sie sagen, dass sie die Drachme wieder einführen und aus der EU austreten.
      Einfach zu sagen, "Wir zahlen nichts zurück", funktioniert nicht; da könnte es durchaus passieren, dass das Schulschiff der griechischen Marine gepfändet wird, wenn es mal irgendwann in Hamburg anlegt.
      Es existiert einfach kein geordnetes Insolvenzverfahren auf staatlicher Ebene. Sowas auszuarbeiten wäre eigentlich mal eine Sache für die UN.

      Wenn Griechenland auf eigene Faust den Verpflichtungen nicht mehr nachkommt, ist es jedenfalls vom Kapitalmarkt komplett abgeschnitten. Sämtliche Banken werden pleite gehen, offizielle Währung wird die Drachme, Schattenwährung der Euro; da die Griechen der Drachme nicht vertrauen werden, wird zunächst die in Euro bezahlte Schwarzarbeit richtig aufblühen. Wer die Drachme gar nicht vermeiden kann, wird zumindest schnell versuchen, das in Euro umzuwandeln, die große Inflation ist vorprogrammiert. Mit Marktwirtschaftlichen Instrumenten wäre die Regierung man hier am Ende, damit kann man das Land nicht am Ausbluten hindern. Es wird daher Ausreiseverbote bzw. eine neue Mauer geben, der Besitz von westlichen Währungen wird verboten. Devisen gibt's aus dem Zwangsumtausch der Touristen; Griechenland wird zum neuen Kuba.

      Aber das könnte ja durchaus das erstrebenswerte Ziel einer sozialistischen Regierung sein, oder?

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    • raundsi schrieb:

      Schattenwährung der Euro; da die Griechen der Drachme nicht vertrauen werden,


      Wie soll die "Einführung der Drachme" überhaupt funkionieren? Freiwillig rückt doch keiner seine Euronen raus? Und die, die das dicke Geld hatten, haben doch angeblich jetzt alle "in Immobilien" in Berlin, London etc gemacht. faz.net/aktuell/wirtschaft/ste…n-in-berlin-11996780.html
      Bedenke: "Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt." ^^ Ringelnatz :D
      Was heißt das? Abkürzungen, "Forengeheimsprache" und "geflügelte Worte"

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    • Stubentiger schrieb:

      Wie soll die "Einführung der Drachme" überhaupt funkionieren?

      Zwangsumtausch auf Bankkonten, die in Drachmen weitergeführt werden, Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter natürlich dann auch in Drachmen bezahlen und der Staat sowieso.
      Das wird dann so was ähnliches wie die Ost-Mark... durften DDR-Bürger eigentlich offiziell D-Mark besitzen?
    • raundsi schrieb:

      Ich weiß nicht, wie bitter es für die EU insgesamt wird.

      Wie bitter es für uns werden wird, weiß niemand. Fakt ist, dass die EZB bei einer Staatspleite Griechenlands sofort ohne Eigenkapital dasteht und sich sofort Neues beschaffen muß. Das geht nur durch Inanspruchnahme der Garanten der Kredite Griechenlands, die von der EZB finanziert worden sind. Ob das dann 240 Mrd. oder durch die Notkredite für griechische Banken noch viel mehr sind, weiß niemand. Niemand kann auch die Reaktionen der Devisenmärkte vorhersehen, da der Euro massiv auf Talfahrt gehen wird. Niemand kann auch vorhersehen, ob evt. noch weitere europ. Euro-Länder in den Strudel gezogen werden - und was das dann für Folgen haben kann.

      Vielleicht will Schäuble ja ein Ende mit Schrecken um den Euro kaputt zu bekommen. Nach dem Motto, wir sind das reichste Land und könnten am ehesten aus dem Strudel wieder den Kopf über Wasser bekommen.
    • grafiksammler schrieb:

      Ein völlig überschuldeter Staat hat nix mehr mit Substanz anzubieten.
      Alles was Griechenland heute an Versprechungen abgeben würde, wäre in einigen Monaten oder einem Jahr erneut Makulatur.
      Irgendwann kann man sich keine Zeit mehr kaufen. Für Griechenland ist dieser Zeipunkt jetzt gekommen. Die neue griechische Regierung scheint
      das sehr genau zu erkennen und will die Kreditgeber zwingen, die Konsequenzen aus diesem Desaster zu ziehen. Aus griechischer Sicht also ein
      Ende mit Schrecken. Zudem nett heute in einem neuen Antrag verpackt.....
      Wenn keine Substanz mehr möglich ist, dann hat man es auch so eindeutig zu sagen und auch die Konsequenzen, die es mit sich bringt.
      Solche Erklärung hätte widerrum Substanz.

      Auch wenn man am Ende ist, kann man noch Würde bewahren, das geht aber nur mit Ehrlichkeit.

      Denn wenn in ein paar Monaten, nach weiteren Geldspritzen die Luftblase platzt, dann wird man Griechenland zusätzlich
      noch als Entschuldigung für die eigenen Staatsprobleme benutzen. Und dann werden in den EU Ländern viele
      Leute dieses auch den Politikern glauben.
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    • werv schrieb:

      Wenn keine Substanz mehr möglich ist, dann hat man es auch so eindeutig zu sagen und auch die Konsequenzen, die es mit sich bringt.
      Solche Erklärung hätte widerrum Substanz.

      Da hast Du natürlich Recht.

      Alles was aus dem Brief bisher bekannt geworden ist, ist die diplomatische Umschreibung genau dieses Zustands.
      Vielleicht hat Schäuble das auch so erkannt.
    • Unsere Qualitätspresse informiert uns derzeit mal wieder ganz genau, dass Griechenland ( in Person des Finanzministers ) Europa an der Nase herumführt.

      t-online.de/nachrichten/auslan…rueckzahlung-infrage.html

      kommt irgendwie alles nicht plausibel mehr rüber. Aber es gibt auch andere Infos: epochtimes.de/Der-Rettungs-Wah…-Geschichte-a1223907.html

      Übrigens, die Griechen befinden sich nicht alleine in einer so desolaten Lage: Spanien und Portugal sind genau so pleite:
      jasminrevolution.wordpress.com…ilitante-der-wall-street/
      und
      fondsprofessionell.at/news/mar…ndquot/gid/1019709/ref/4/

      und in Italien gingen gestern über einhunderttausend Menschen gegen die Politik von Renzi und dessen Europa-Politik auf die Strasse:
      opposition24.de/italien-protes…sse-schweigt-renziacasa/#

      Hat es darüber etwas in den Hauptnachrichten an Information gegeben?

      Wer noch etwas Zeit hat, hier eine nachdenklich machende Seite zur langfristigen Betrachtung der Schuld Deutschlands an den heutigen Problemen:
      politik-im-spiegel.de/euroskle…rohenden-zerfall-europas/
    • grafiksammler schrieb:

      Hat es darüber etwas in den Hauptnachrichten an Information gegeben?


      zeit.de/politik/ausland/2014-1…emonstration-renzi-reform
      fr-online.de/politik/massendem…nzi,1472596,28847722.html
      faz.net/aktuell/politik/auslan…gegen-renzi-13256054.html
      spiegel.de/politik/ausland/ita…tteo-renzi-a-1001854.html

      was meinst du mit "Hauptnachrichten"? Heute, Tagesschau oder RTL ?( ;)

      da das seit Herbst ein Dauerzustand ist, gibt es wohl nicht bei jeder Demo eine neue Berichterstattung

      allerdings zur erstarkenden rechten Szene und deren Demonstrationen:

      Keine Stunde ohne neue Botschaft, keine verschenkte Minute. Das Mitteilungsbedürfnis des Mailänders Matteo Salvini ist so groß, dass er nicht nur viel redet, überall, auf allen Radio- und Fernsehkanälen, dabei mit Vorliebe laut gegen den Euro und Europa lärmt, gegen Einwanderer und den Islam. Der Parteichef der rechtspopulistischen Lega Nord findet sogar auch noch Zeit, rund um die Uhr zu posten und zu tweeten, Politisches, Banales, oft auch Denkwürdiges.


      Pegida auf italienisch halt: sueddeutsche.de/politik/lega-n…eo-gegen-matteo-1.2370718

      Wenn man wollte, könnte man den ganzen Tag damit verbringen, ihm zuzuhören, zu folgen, ihn zu liken. Oder ihn eben nicht zu mögen. Und das tun bisher noch immer die meisten Italiener, trotz allen Erfolgs, den der 41-jährige Rechtspopulist und Provokateur in diesen Krisenzeiten hat.
      Ignorieren kann man Salvini nicht


      Nur ignorieren kann man ihn nicht, an diesem Samstag schon gar nicht. Für diesen Tag hat sich der Parteichef für seinen Auftritt gegen die Regierung eine der schönsten Bühnen im Land herrichten lassen: Piazza del Popolo, Rom, 15 Uhr.
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    • Stubentiger schrieb:

      da das seit Herbst ein Dauerzustand ist, gibt es wohl nicht bei jeder Demo eine neue Berichterstattung


      ich hatte gedacht, dass das aus den Überschriften deutlich wird?

      das ist aus der WELT von gestern heute über gestern: welt.de/newsticker/news2/artic…egen-Regierung-Renzi.html

      Tausende Anhänger der rechtspopulistischen Lega Nord sind einem Aufruf von Parteichef Matteo Salvini gefolgt und haben gegen die Einwanderungspolitik der italienischen Regierung protestiert. "Wir unterscheiden zwischen denjenigen, die arbeiten, und Parasiten, und wir verteidigen diejenigen, die arbeiten", sagte Salvini am Samstag in Rom vor den Demonstranten.


      in Italien gabs ja schon mal übereinstimmende Einstellungen, bei denen Menschen ähnlich diffamiert wurden. Die Sprache geht voran.

      Und wie gesagt, es geht ja nicht in erster Linie um Renzi und Europa, es geht um den Kampf gegen die "Parasiten" allerorten, die an jedweder Misere schuld sind ... :S
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    • Ach, du meinst, wer dauernd über Legia Nord berichtet, kann erheblich massivere Proteste gegen Sozialabbau unter den Tisch fallen lassen?

      Interessanter Gesichtspunkt!

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      Wenn etwas einmal passiert, passiert es vielleicht nie wieder. Wenn etwas zweimal passiert, passiert es sicher auch ein drittes Mal

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    • ähm, du hast schon gesehen, dass das um die gleiche Veranstaltung ging!?

      ist halt ein Problem der verschiedenen Wahrnehmungen: opposition24.de/italien-protes…sse-schweigt-renziacasa/#

      Salzburg 24 berichtet: Großkundgebung in ROM -LEGA NORD gegen RENZI

      Die Süddeutsche macht daraus: Matteo gegen Matteo


      Aber wenn man darüber schreibt, dass die Lügenpresse schweigt, weil sie die Sichtweise der Demonstranten nicht 1 : 1 wiedergibt ... :S
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    • Stubentiger schrieb:

      Aber wenn man darüber schreibt, dass die Lügenpresse schweigt, weil sie die Sichtweise der Demonstranten nicht 1 : 1 wiedergibt ... :S

      Also ich hab den Begriff "Lügenpresse" nicht verwendet. Schweigen und Sichtweise der Demonstranten sind mehr als 2 Stiefel. Schweigen ist die eine Sache, berichten ( und das heißt nicht kommentieren! ) eine andere.

      Was sind die Hauptnachrichtensendungen: Die zwischen 18:45 und 20.15 unterschiedlich, je nach Fernsehsender.

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    • Was dabei herauskommt, wenn man jahrelang jede Blähung von Julia Timoschenko und jedes neue Glamourfoto von Pussy Riot als Politikum unters "Volk" zu bringen versucht, aber die wirklichen "Volksbewegungen" ignoriert (oder auf die hinteren Kommentarseiten schiebt), z.B. weils doch immer dasselbe ist, kann man gerade im Moment sehr schön beobachten:
      Die wochenlange Fassungslosigkeit, mit der unsere Mainstreamjournalisten auf die Beurteilung der Verfassung unserer Gesellschaft durch eine große Bevölkerungsmehrheit reagieren - was soziale Gerechtigkeit, Demokratie und die Auswirkungen ungehemmten Kapitalismus' betrifft.
      Die selektive Wahrnehmung und Interpretation durch den Filter einer neoliberalen Ideologie hat dazu geführt, dass diese Kaste (genau wie die politische) fast gänzlich den Kontakt zur "Bevölkerung" verloren hat. Die Meinungsäußerungen auf ihren eigenen Leserbriefseiten bzw. den Onlineforen konnten sie noch als von Putin gesteuerte Manipulationen verunglimpfen. Angesichts einer derart umfassenden Umfrage wie der jüngsten der FU ist das nun schlecht möglich.
      Bleibt jetzt nur noch, ein halbes Volk als "linksextremistisch" zu bepöbeln?
      Dabei hätten sie es doch wissen können: Bereits 2010 und 2012 war die Bertelsmann-Stiftung zu ganz ähnlichen kapitalismuskritischen Ergebnissen gekommen.

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