Nebenjob gesucht und auf Betrüger reingefallen - sofort gehandelt und Anzeige erstattet, aber....

    • Nebenjob gesucht und auf Betrüger reingefallen - sofort gehandelt und Anzeige erstattet, aber....

      Hallo Zusammen,

      ich wurde Opfer eines Betrügers. Auf der Suche nach einem Nebenjob habe ich ein Jobangebot auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Wir haben den Kontakt ausgetauscht. Die Handy-Nr. lautete: 015217217807. Als wir über Whatsapp weiter Kontakt hatten wurde mir angeboten Websiten und Apps zu testen. Hierfür würde ein Dashboard für mich errichtet werden, wo ich die Aufträge abarbeiten könne und meine Stunden verrechnet werden, die ich geleistet habe. Nun wollte derjenige eine Kopie meines Personalausweises und ich war erst skeptisch, aber er meinte das dies alles notwendig ist um mich anzumelden, da ich ja keine Schwarzarbeit leisten solle und er einen Arbeitsvertrag für mich ausstellen wird. Gut klang erstmal logisch und ich sendete Ihm ein Foto meines Persos. Jetzt wollte er, dass ich mich für dieses Dashboard online identifiziere. Es wäre das Verrechnungskonto, welches ich aber vom Dashboard aus, wenn der Zugang errichtet ist steuern könnte. Dafür solle ich mir die N26 App laden und das Video Ident vollziehen. Dies tat ich nicht wissend, dass es sich hierbei um eine Onlinebank handelt, worauf ich auch im Video Ident nicht konkret hingewiesen wurde. Der Mitarbeiter hinterfragte nichts und sprach leider auch sehr schlecht deutsch, sodass ich ihn so gut wie nicht verstanden habe. Damit das Dashboard eingerichtet werden kann und nicht crasht, solle ich die App danach nicht mit dem Handy koppeln und löschen. Als ich den Vorgang abgeschlossen habe, meldete ich mich und dann wurde ich nochmals explizit nach der Löschung gefragt. Es kam mir verdächtig vor. Ich wollte mich wieder in der App anmelden und stellte fest, dass der Nutzername mit dem Passwort nicht mehr übereinstimmte. Sofort versuchte ich die Hotline der Bank ausfindig zu machen. Als ich dort anrief, verwies man auf den Chat, der nur Mo. - Sa. erreichbar ist. Da es bereits Sa. Abend 20:30 war stand ich nun da. Ich schrieb umgehend eine Email um das Konto sperren zu lassen. Des Weiteren habe ich sofort Anzeige bei der Polizei erstattet und mich nochmals mit zwei weiteren Emails an die Bank gewendet. Am Mo. um 7:59 kontaktierte mich die Bank per Mail und teilte mir mit, dass die Informationen weiter geleitet werden. Die Polizei konnte herausfinden, dass aber bereits 1500 Euro auf das Konto eingingen uns sofort ins Ausland transferiert wurden. Nun meinte der Polizist auch, dass ich evtl. für diesen Geldbetrag aufkommen müsse. Kann ich dafür wirklich belangt werden, obwohl ich selbst zum Opfer wurde und sofort alles in meiner Macht stehende veranlasst habe um dieses Konto sperren zu lassen. Hab das alles schwarz auf weiß und kann es nachweisen. Strafrechtlich meinte der Polizist nicht, aber ggf. zivilrechtlich, wenn das andere Opfer der den Geldbetrag eingezahlt hat auf sein Geld besteht. Mir tut das unglaublich Leid und ich weiß ich war dumm, aber ich habe sofort versucht alles rückgängig zu machen und die Bank sehe ich auch mit kritischen Augen an. Sowas sollte normalerweise keine Banklizenz besitzen dürfen. Eine Notfallhotline gibt es nicht und mit der 116 116 kooperiert diese auch nicht. Da ich die Bank nicht kannte und mir so ein Verfahren auch völlig neu war, sollte hier schon besser informiert werden, dass es sich hierbei um eine Eröffnung eines Onlinebankkontos handelt und hier einzig und allein ich der Besitzer sein darf. Das ist mir ja wirklich noch nie passiert, dass so leicht ein Bankkonto eröffnet werden kann und es dann aber nicht mehr rückgängig zu machen ist bzw. das hier auch an einem Wochenende eine Einzahlung stattfinden konnte und diese sofort weiter transferiert werden kann und es keine Möglichkeit gab dies zurück zuziehen. :wallbash

      Wer hat auch so eine Erfahrung gemacht und wie ist es bei euch ausgegangen? Eine Rechtsschutzversicherung habe ich, könnte ggf. das Verfahren eingestellt werden bzw. bin ich wirklich dafür verantwortlich für den Geldbetrag aufkommen zu müssen? Oder kann zumindest ein Vergleich rausgeholt werden? Schließlich wurde ich ja genauso Opfer, wie derjenige der den Geldbetrag zahlte. Das geht mir noch weniger ein, wie man einer wildfremden Person ohne Käuferschutz soviel Geld überweist wie meine Blödheit... ?(
    • Hab es jetzt mal etwas entzerrt gestaltet .. war ja nicht zu lesen -

      Hallo Zusammen,

      ich wurde Opfer eines Betrügers. Auf der Suche nach einem Nebenjob habe ich ein Jobangebot auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden.
      Wir haben den Kontakt ausgetauscht. Die Handy-Nr. lautete: 015217217807. Als wir über Whatsapp weiter Kontakt hatten wurde mir angeboten Websiten und Apps zu testen. Hierfür würde ein Dashboard für mich errichtet werden, wo ich die Aufträge abarbeiten könne und meine Stunden verrechnet werden, die ich geleistet habe.

      Nun wollte derjenige eine Kopie meines Personalausweises und ich war erst skeptisch, aber er meinte das dies alles notwendig ist um mich anzumelden, da ich ja keine Schwarzarbeit leisten solle und er einen Arbeitsvertrag für mich ausstellen wird.
      Gut klang erstmal logisch und ich sendete Ihm ein Foto meines Persos.

      Jetzt wollte er, dass ich mich für dieses Dashboard online identifiziere. Es wäre das Verrechnungskonto, welches ich aber vom Dashboard aus, wenn der Zugang errichtet ist steuern könnte.
      Dafür solle ich mir die N26 App laden und das Video Ident vollziehen. Dies tat ich nicht wissend, dass es sich hierbei um eine Onlinebank handelt, worauf ich auch im Video Ident nicht konkret hingewiesen wurde. Der Mitarbeiter hinterfragte nichts und sprach leider auch sehr schlecht deutsch, sodass ich ihn so gut wie nicht verstanden habe.
      Damit das Dashboard eingerichtet werden kann und nicht crasht, solle ich die App danach nicht mit dem Handy koppeln und löschen.
      Als ich den Vorgang abgeschlossen habe, meldete ich mich und dann wurde ich nochmals explizit nach der Löschung gefragt. Es kam mir verdächtig vor.
      Ich wollte mich wieder in der App anmelden und stellte fest, dass der Nutzername mit dem Passwort nicht mehr übereinstimmte.

      Sofort versuchte ich die Hotline der Bank ausfindig zu machen. Als ich dort anrief, verwies man auf den Chat, der nur Mo. - Sa. erreichbar ist. Da es bereits Sa. Abend 20:30 war stand ich nun da. Ich schrieb umgehend eine Email um das Konto sperren zu lassen.

      Des Weiteren habe ich sofort Anzeige bei der Polizei erstattet und mich nochmals mit zwei weiteren Emails an die Bank gewendet. Am Mo. um 7:59 kontaktierte mich die Bank per Mail und teilte mir mit, dass die Informationen weiter geleitet werden.

      Die Polizei konnte herausfinden, dass aber bereits 1500 Euro auf das Konto eingingen uns sofort ins Ausland transferiert wurden. Nun meinte der Polizist auch, dass ich evtl. für diesen Geldbetrag aufkommen müsse.

      Kann ich dafür wirklich belangt werden, obwohl ich selbst zum Opfer wurde und sofort alles in meiner Macht stehende veranlasst habe um dieses Konto sperren zu lassen.
      Hab das alles schwarz auf weiß und kann es nachweisen.

      Strafrechtlich meinte der Polizist nicht, aber ggf. zivilrechtlich, wenn das andere Opfer der den Geldbetrag eingezahlt hat auf sein Geld besteht.

      Mir tut das unglaublich Leid und ich weiß ich war dumm, aber ich habe sofort versucht alles rückgängig zu machen und die Bank sehe ich auch mit kritischen Augen an.
      Sowas sollte normalerweise keine Banklizenz besitzen dürfen.
      Eine Notfallhotline gibt es nicht und mit der 116 116 kooperiert diese auch nicht.

      Da ich die Bank nicht kannte und mir so ein Verfahren auch völlig neu war, sollte hier schon besser informiert werden, dass es sich hierbei um eine Eröffnung eines Onlinebankkontos handelt und hier einzig und allein ich der Besitzer sein darf.

      Das ist mir ja wirklich noch nie passiert, dass so leicht ein Bankkonto eröffnet werden kann und es dann aber nicht mehr rückgängig zu machen ist bzw. das hier auch an einem Wochenende eine Einzahlung stattfinden konnte und diese sofort weiter transferiert werden kann und es keine Möglichkeit gab dies zurück zuziehen. :wallbash

      Wer hat auch so eine Erfahrung gemacht und wie ist es bei euch ausgegangen? Eine Rechtsschutzversicherung habe ich, könnte ggf. das Verfahren eingestellt werden bzw. bin ich wirklich dafür verantwortlich für den Geldbetrag aufkommen zu müssen?
      Oder kann zumindest ein Vergleich rausgeholt werden?
      Schließlich wurde ich ja genauso Opfer, wie derjenige der den Geldbetrag zahlte. Das geht mir noch weniger ein, wie man einer wildfremden Person ohne Käuferschutz soviel Geld überweist wie meine Blödheit...

      @Banai123
      was + wann war das für eine Anzeige genau - hast du einen Link oder Namen / Firmennamen / Adresse etc.
    • Service

      Das war die Anzeige

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      Rechtliche Angaben


      Karolin Ackermann's Agentur für Datenerfassung & Bewertung
      Bahnhofstrasse 6
      85051 Ingolstadt

    • Der Fall ereignete sich am 23.02. und ich könnte jeden Tag seither durchdrehen. Wie blöd, dumm und naiv ich einfach nur war. Gleich als ich dann kurz nachdem ich keinen Zugriff mehr auf das Konto hatte, weil ich die App nicht löschte sondern mich wieder versuchte anzumelden und dann der Zugang verwehrt war, sofort bemerkt habe das hier was nicht stimmt. Anstatt einfach vorher mal zu überlegen und vielleicht auch N26 zu googeln, um was es sich hierbei handelt. Das ärgert mich so sehr und beschäftigt mich wirklich enorm. Ich finde halt auch keinen Fall der sich meinem ähnelt, weil meistens bemerkten es die Betrugsopfer erst nach Tagen/Wochen oder gar Monaten. Ich hab ja sofort gehandelt und alles in meiner Macht stehende versucht. Nur konnte innerhalb von Samstag Abend bis Montag früh 7:59 als letztendlich die Bank auf meine Emails sich zurückmeldete schon ein Betrag von 1500 Euro transferiert werden. Obwohl ja das WE keine offiziellen Banktage sind. Wie kann das gehen, dass hier nichts mehr zurückgezogen werden konnte? Mich würde einfach nur interessieren wie es bei mir mit der zvilrechtlichen Klage ausgehen könnte?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Banai123 ()

    • Banai123 schrieb:

      Wer hat auch so eine Erfahrung gemacht und wie ist es bei euch ausgegangen?
      Diese Erfahrung machen inzwischen täglich vermutlich mindestens ein Dutzend Leute, evtl mehr. Die Täter verfügen über schier unerschöpfliche Vorräte an Bankkonten, weil für jedes Konto, das bei Fidor und N26 gesperrt wird, schon 2 Leute ein Neues freigeschaltet haben.
      Den oben verlinkten Beitrag zu den "unfreiwilligen Kontoinhabern" habe ich ja nicht zum Zeitvertreib geschrieben...
      Die meisten der Kontoinhaber ahnen bis zu dem Moment, wo eine Vorladung der Polizei eintrudelt zur Vernehmung als Beschuldigter in einer Betrugsermittlung, nichtmal, was sie angestellt haben. In der Beziehung bist Du sogar ein positiver Lichtblick. Nur leider kam Deine Erkenntnis eben auch zu spät.

      Ausgehen wird das Ganze wie folgt:
      Der oder die betrogene(n) Käufer wird/werden spätestens nach 7-10 Tagen merken, daß er/sie betrogen wurde(n).
      Außer dem Bankkonto, auf das der Käufer überwiesen hat und das auf Deinen Namen läuft, hat er nichts in der Hand. Er geht zur Polizei und erstattet Anzeige. Die Anzeige wird an Deinen Wohnort weitergeleitet. Normalerweise würdest Du dann als Beschuldigte zur Anhörung geladen. Da Du allerdings Deine Aussage ja schon in einer eigenen Anzeige gemacht hast, weiß ich nicht, ob die Dich nochmal anhören wollen, die Fakten sind ja bereits bekannt und dokumentiert. Die polizeilichen Ermittlungen gegen Dich werden jedenfalls, genau wie der Beamte Dir schon sagte, nach wenigen Wochen eingestellt, weil Du weder Betrug noch Geldwäsche begangen hast. Du hast also keine Straftat begangen, daher ist die Sache, was Dich betrifft, für Polizei und Staatsanwalt dann erledigt. In der Beziehung brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen.

      Aber:

      Banai123 schrieb:

      Eine Rechtsschutzversicherung habe ich, könnte ggf. das Verfahren eingestellt werden bzw. bin ich wirklich dafür verantwortlich für den Geldbetrag aufkommen zu müssen? Oder kann zumindest ein Vergleich rausgeholt werden?
      Straf- und Zivilrecht sind 2 unterschiedliche Paar Schuhe. Auch wenn das Ermittlungsverfahren gegen Dich eingestellt wird, ändert das nichts daran, daß Du fahrlässig gehandelt hast. Man muss sich nicht strafbar machen, um für einen Schaden haftbar zu sein.
      Selbstverständlich ist man für die Vorgänge auf seinem Bankkonto verantwortlich. Gibt man einem Dritten Zugriff aufs eigene Bankkonto, dann muss man Geld, das auf diesem Konto eingegangen ist, genauso ersetzen, als wenn man es selbst eingesteckt oder weitergeleitet hätte.
      Und sorry, aber tatsächlich hast Du ein Bankkonto bei der N26 eröffnet und die kompletten Zugangsdaten zu diesem Konto einem Dir völlig Unbekannten überlassen.

      Um Himmels Willen !! Man versendet auch keine Kopien von seinem Ausweis sinnlos im Netz herum. Abgesehen von dem Ärger mit dem Bankkonto kann der Täter dieses Foto von Deinem Ausweis zu allem Überfluss auch noch jahrelang benutzen, um sich im Net als Du auszugeben. Anscheinend glaubt auch bei den Kleinanzeigen jeder zweite Käufer, daß das Bild irgendeines Ausweises die Identität von irgendeinem unsichtbaren Unbekannten belegt :wallbash
      Gegen diesen möglichen Missbrauch des Bildes Deines Ausweises kannst Du überhaupt nichts machen. Was einmal im Netz ist, kursiert dort bis in die Ewigkeit.

      Ein Ausweis ist sowieso nur dann irgendeine Legitimation, wenn der Ausweisinhaber persönlich und mit dem Originalausweis vor einem steht !!
      Genau deswegen kann man ein Bankkonto zumindest in Deutschland nur mit Postident- oder Videoidentverfahren freischalten.
      Die N26 ist eine Bank !! Ob online oder mit Filialbetrieb spielt dabei überhauptkeine Rolle. Bitte was hast Du denn gedacht, was die N26-Bank damit zu tun hat, daß Du irgendein Dashboard für irgendeinen dubiosen Arbeitgeber, den Du nie gesehen hast, nutzen sollst??
      Wenn Du die N26 vorher nicht kanntest, dann gibt es Google, um sich schlau zu machen. Und wenn der Chat-Agent schlecht zu verstehen war, dann bricht man gegebenenfalls das Ganze erstmal ab. Aber man macht doch kein Video-Identverfahren, ohne zu wissen, bei wem, für was und ohne ein Wort des Vertrages, den man mit dem Videoident abschließt, zu verstehen !

      Wenn Dich eine vermummte Gestalt auf der Straße anspricht und Dir einen Job mit guter Bezahlung für wenig Aufwand anbietet und Dir dann einen Vertrag vorlegt, der komplett auf russisch, vorzugsweise auch noch in kyrillischer Schrift verfasst ist, dann unterzeichnest Du das doch auch nicht einfach mal so, ohne genau zu wissen, ob Du da jetzt einen Arbeitsvertrag oder einen Kaufvertrag für ein Grundstück in Sibirien unterschreibst !!
      Aber genau das hast Du nach Deinen eigenen Worten grad im Internet gemacht.

      Wie Du Dich beim momentanen Stand der Dinge weiter verhalten solltest, kann Dir keiner raten.
      Die meisten betrogenen Käufer können ebenfalls Straf- und Zivilrecht nicht unterscheiden und haben keine Ahnung, wie sie selbst weiter vorgehen sollen. Es kann also durchaus sein, daß überhaupt nie eine Schadensersatzforderung kommt. Du kannst also einfach die Füße stillhalten, Vogel-Strauß-Politik betreiben und ein Jahr warten. Wenn bis dahin keine Forderung eingetrudelt ist, dann wird wohl auch keine mehr kommen.
      Andererseits, wenn der Käufer einen Anwalt einschaltet, erhöht sich die Summe, die gefordert wird, direkt um dessen Kosten. Und wenn Du es auf eine Klage und eine Gerichtsverhandlung ankommen lässt, trägt der Verlierer auch noch dafür die Kosten.
      Und wenn ein Käufer sachlich so weit informiert ist, daß er tatsächlich ein ziviles Mahnverfahren oder eine Klage gegen Dich anstrengt, dann sind seine Chancen relativ gut, das auch zu gewinnen !

      Banai123 schrieb:

      Schließlich wurde ich ja genauso Opfer, wie derjenige der den Geldbetrag zahlte.
      Aktuell bist eben nicht Du das Opfer, sondern ausschließlich der Käufer, der das Geld auf das von Dir freigeschaltete Bankkonto überwiesen hat.

      Und der will auf dem finanziellen Schaden natürlich auch nicht sitzenbleiben. Dh, wenn er entsprechende Beratung durch einen Anwalt bekommt, wird der Käufer sich Deine Daten aus den Ermittlungsakten besorgen und dann von Dir das Geld zurückfordern.
      Da Du ja rechtsschutzversichert bist, kannst Du das Ganze dann einem Anwalt übergeben oder Dich zumindest anwaltlich beraten lassen. Sofern Deine Rechtsschutzversicherung nicht völlig ohne Selbstbeteiligung ist, musst Du die Kosten für die Beratung oder im Falle eines Vergleiches in Höhe dieser vereinbarten Selbstbeteiligung selbst tragen.
      Ich weise darauf hin (und das solltest Du auch einem Anwalt, der Dich vertreten soll, sofort mitteilen!!), daß die Videoident-Verfahren von IDnow aufgezeichnet und gespeichert werden, sofern ein Konto tatsächlich freigeschaltet wird. Darauf ist dann auch zu sehen, ob oder ob nicht der Chat-Agent Dich erstens gefragt hat, ob Dir bewusst ist, daß Du ein Bankkonto eröffnest und zweitens, ob das etwas mit einem Jobangebot zu tun hat.
      Beide Fragen gehören, um genau dieses Szenario zu vermeiden, eigentlich zur Standard-Prozedur des Videoidentverfahrens der N26. Überlege also nochmal genau, ob der Agent diese Fragen wirklich nicht gestellt hat und was Du, falls doch, geantwortet hast...

      Wenn Du sicher bist, daß Dir beide Fragen nicht gestellt wurden, sollte Dein Anwalt prüfen, ob da eine Pflichtverletzung bei IDnow vorgelegen hat, die evtl die Haftung dann von Dir auf IDnow überträgt und gegebenenfalls dann eine entsprechende Klage gegen IDnow aufsetzen. Aber wie gesagt, die haben Dein Video-Identverfahren in Bild und Ton aufgezeichnet. Die Schuld auf IDnow zu schieben macht nur Sinn, wenn Du Dir völlig sicher bist, daß diese Aufnahme nicht das Gegenteil beweist.


      Banai123 schrieb:

      Das geht mir noch weniger ein, wie man einer wildfremden Person ohne Käuferschutz soviel Geld überweist wie meine Blödheit... ?(
      Ich gebe Dir insofern Recht, als daß so ein Betrug nur funktioniert, wenn sich alle Beteiligten wahlweise naiv / leichtsinnig / weltfremd / fahrlässig usw verhalten.
      Und damit meine ich keineswegs nur Dich, sondern selbstverständlich auch den Deppen, der das Geld überwiesen hat. Entweder an einen anonymen Täter bei den Kleinanzeigen, bei denen man überhauptkeine Informationen zum Verkäufer bekommt, weil die ganze Plattform eigentlich nur zur Selbstabholung in der Region gedacht ist.
      Oder weil er Google für eine Suche nach dem billigsten Smartphone hielt und dann bei irgendeinem Shop, der ganz oben auftauchte in der Suche, einfach mal gekauft und bezahlt hat.

      Und falls der nicht bei einem Fake-Shop, sondern einem gehackten eBay- oder Kleinanzeigenaccount gekauft hat, hat natürlich auch der Besitzer dieses Accounts sich irgendwo fahrlässig verhalten, sonst wäre sein Passwort ja nicht in fremde Hände geraten. Dessen Fahrlässigkeit ist aber laut gängiger Rechtssprechung nicht genau festzustellen und nicht groß genug, um zu haften.

      Das Traurige ist, auch die Täter in allen diesen Fällen sind in der Regel geistig ziemlich unterbelichtet, sie werden hier bei Auktionshilfe nur "Spackos" genannt, weil da wirklich einer dämlicher ist als der andere.

      Aber es wird ihnen leider von allen Beteiligten viel zu einfach gemacht...
    • Als ich anfing, die #7 zu schreiben, war die #6 noch nicht zu sehen.
      Tatsächlich scheinst Du einer der ganz wenigen Fälle zu sein, in denen der unfreiwillige Kontoinhaber einsichtig ist, sich noch sinnvoll um Schadensbegrenzung bemüht hat und auch das eigene Verhalten kritisch hinterfragt.
      Ob das Einfluss hat auf Deine eventuelle Haftung, kann niemand beurteilen. Allerdings war da der Schaden beim Geschädigten halt schon eingetreten. Kaltlogisch gesehen, ist es egal, ob Du noch versucht hast, jemanden aufzufangen, der grade auf der Bananenschale ausrutscht, die Du vorher achtlos hast fallenlassen. Wenn er hinschlägt und sich das Bein bricht, haftest Du, auch wenn Du ihn sogar noch am Jackenzipfel zu fassen hattest...


      Wie es möglich war, daß das Konto am Wochenende abgeräumt wurde, kann Dir hier mit absoluter Sicherheit keiner sagen. Das ist in der Tat ziemlich ungewöhnlich.
      Eine Möglichkeit wäre, daß das Geld von "Deinem" Bankkonto evtl direkt auf ein anderes Konto bei der N26 ging, möglicherweise mit ausländischem Inhaber.
      Überweisungen innerhalb der gleichen Bank werden immer sofort ausgeführt, auch nachts und am Wochenende.

      Eine andere Möglichkeit ist, daß es da tatsächlich nur um Minuten ging. Wenn der Täter die Überweisung am Wochenende schon gemacht hatte, lag die im System vor und wurde evtl um Schlag 8 am Montag automatisch ausgeführt.
      Bis wann / wie lange es dauerte, bis dann am Montag Vormittag sich ein echter Mensch wirklich online mit dem Fall beschäftigt hat, haben die ja nicht gesagt. Laut Deinen Angaben haben die um 7:59 nur per Mail (wahrscheinlich automatisch) mitgeteilt, daß Deine Informationen "weitergeleitet" werden. Das bedeutet ja nicht, daß sich um 7:59 Uhr oder auch nur um 8 tatsächlich schon ein echter Mensch mit der Sache beschäftigt hat...
    • Banai123 schrieb:

      Ich finde halt auch keinen Fall der sich meinem ähnelt, weil meistens bemerkten es die Betrugsopfer erst nach Tagen/Wochen oder gar Monaten. Ich hab ja sofort gehandelt und alles in meiner Macht stehende versucht.
      Weil du doch recht schnell bemerkt hast, dass da was nicht stimmen kann und du daraufhin sofort versucht hast, den möglichen Schaden abzuwenden bzw. zu vermindern, wird dir möglicherweise einmal insofern angerechnet, dass du nicht oder nur teilweise zu Schadensersatz herangezogen werden könntest.
      Jedenfalls hast du zeitnah richtig gehandelt und das dir mögliche getan.
      So sehe ich das jedenfalls.

      Du bist nicht die einzige, die so ein Konto auf so eine oder ähnliche Weise eröffnet hat.

      Von Anfang 2018 bis heute wurden hier auf auktionshilfe.info je ca. 400 Fidor- und N26-Betrugskonnten veröffentlicht. Die Dunkelziffer dürfte etwa das Dreifache betragen, also insgesamt ca. 2500 Betrugskonten allein bei diesen beiden Banken. Je Konto eine angenommene Schadenssumme von 15.000 € ergibt dann einen geschätzten Gesamtschaden von 35 bis 40 Mio. €.
    • Danke für eure Antworten. Ja ich kann euch wirklich nicht sagen, wie sehr mich die ganze Sache Tag für Tag beschäftigt. Ich kann gar nicht mehr abschalten und muss ständig daran denken. Das ich einfach nur so leichtsinnig meine Ausweiskopie ausgehändigt habe und nicht einmal vorher darüber nachgedacht hab, was das für einen erheblichen Schaden anrichten kann. Ich war mir dessen wirklich nicht bewusst und könnte einfach nur heulen. Das was mich am meisten schockiert ist, dass der Polizist gesagt hat, dass diese Betrüger so raffiniert sind und einfach nicht ausfindig gemacht werden können. Das kann doch nicht sein, dass die es so leicht haben. Das macht mich fertig. Der ist auch nonstop online auf seiner Handynummer. Das lustige ist, dass des Handy auf eine Person gemeldet ist, die es gar nicht gibt in DE. Noch dazu wenn man anruft ist der Gesprächspartner nicht erreichbar, somit hat der sich auch in Whatsapp gehackt. Naja ich werde wohl doch nochmals mit der Anwaltshotline telefonieren, wenn ein Zivilrechtliches Verfahren eingeleitet wird. Der Anwalt meinte bereits, dass ich eigentlich seiner Meinung nach dafür nicht aufkommen muss, weil in meinem Fall wirklich alles versucht wurde um dies abwägen zu können und es anders aussehe wie bei anderen Fällen wo der Verdacht auf Geldwäsche mehr gegeben ist. Auch der Polizist sagte, dass ich strafrechtlich nicht mehr belangt werde, aber was durch den Staatsanwalt zivilrechtlich kommen kann, dass weiß er eben nicht. Er wird auch den Geschädigten, der das Geld überwiesen hat direkt kontaktieren um Ihm klar zu machen, dass er nichts bekommen wird für den Geldbetrag. Naja jedenfalls habe ich wirklich alles gemacht. Der Ausweis ist gesperrt, eine Einmeldung für Opfer von Identitätsbetrug bei der Schufa ist eingereicht. Eine Beschwerde bei der BaFin habe ich auch noch wegen dieser ominösen Bank gemacht und ein Monitoring zu meiner Identität läuft auch im www und darknet. Das sollte hoffentlich erstmal reichen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Banai123 ()

    • Schau mal! Hier wird es definitiv die nächsten Opfer gegeben haben.











      Die Anzeigen wurden gemeldet und heute gelöscht.

      Die im Impressum genannte Firma gibt es nicht. Alles Fake!

      Die haben sich sogar extra eine Seite eingerichtet und warten auf neue Opfer, die für Betrugszwecke ahnungslos Konten eröffnen und ihre Ausweise preisgeben ...

      Warnung vor meier-research.com / Betrügerische Stellenangebote / Anwerbung von Produkttestern / Missbrauch des VideoIdent-Verfahrens zur ungewollten Kontoeröffnung bei diversen Banken
    • Das ist wirklich schlimm. Also ich wurde jetzt eines Besseren belehrt und mir ist das auch nicht peinlich, habe es meinen ganzen Arbeitskollegen und all meinen Freunden erzählt was passiert ist, damit hoffentlich niemand in meinem Umkreis jemals so doof ist wie ich und auch auf sowas reinfällt. Habe auch jedem gesagt, dass die niemals Ihren Ausweis rausgeben dürfen. Das wird mir jetzt wirklich auch auf Lebenszeit eine Lehre sein. Vor allem weil ich richtig Ärger mit meinem Dad diesbezüglich hatte. Er fand das leichtsinnig und naiv und meinte, wie ich sowas nur tun konnte. Er hätte auch mal eine Reportage gesehen, dass man sowas einfach nicht macht, seine Identität an andere weiter gibt, die man nicht kennt. Ja schön, dass er so gebildet ist und ich nicht. :D

      Jedenfalls weiß ich es jetzt und auch für die Zukunft. Hoffe nur, dass es irgendwann mehr Möglichkeiten seitens der Behörde gibt um diese Gauner zu fassen.
    • Zu verdanken haben wir das alles dem Gazpromi Schröder und Bertelsmann:



      Leider finde ich kein youtube video vom Gazpromi wo er stolz verkündet, Deutschland sei nun das beste Niedriglohnsektor-Land in der EU

      Ausgedacht hat sich das ganze die Bertelsmann Stiftung, also immer schön weiter RTL gucken, 400€ Jobs auf ebay suchen und sich Sorgen um die Rente machen! So hat sich Bertelsmann das für uns alle ausgedacht und es klappt.
    • Banai123 schrieb:

      Ja schön, dass er so gebildet ist und ich nicht. :D
      Jedenfalls weiß ich es jetzt und auch für die Zukunft.

      Im Grunde genommen braucht man nichtmal irgendwelche Berichte gesehen oder gelesen zu haben, in denen vor irgendwas gewarnt wird. In 95% aller Fälle reicht es schon, bevor man irgendetwas im Internet macht, innezuhalten und zu überlegen, ob man etwas Vergleichbares wie das, was man grade tun will, auch im realen Leben machen würde.
      Und wenn sich das dann in etwa so absurd anhört wie

      Schützin schrieb:

      Wenn Dich eine vermummte Gestalt auf der Straße anspricht und Dir einen Job mit guter Bezahlung für wenig Aufwand anbietet und Dir dann einen Vertrag vorlegt, der komplett auf russisch, vorzugsweise auch noch in kyrillischer Schrift verfasst ist, dann unterzeichnest Du das doch auch nicht einfach mal so, ohne genau zu wissen, ob Du da jetzt einen Arbeitsvertrag oder einen Kaufvertrag für ein Grundstück in Sibirien unterschreibst !!
      Aber genau das hast Du nach Deinen eigenen Worten grad im Internet gemacht.
      dann erkennt man schon von selbst, daß das evtl keine so gute Idee ist, was man da grade tun wollte:

      - Niemand würde in der ganzen Nachbarschaft oben-ohne-Fotos von sich selbst an die Bäume pinnen (aber sie bei Facebook oder der eigenen Homepage hochzuladen, finden junge Frauen völlig normal)
      - Keine verantwortungsvolle Mutter würde Bilder von ihrem niedlichen 3jährigen Mädchen auf dem Hauptbahnhof verteilen (aber sie bei Facebook oder der eigenen Homepage zu veröffentlichen, finden dieselben Mütter völlig normal)
      - Niemand würde auf einen Flohmarkt gehen und dort einem vermummten Unbekannten mehrere hundert Euro (!!) in bar in die Hand drücken, nur weil der verspricht, nächste Woche wiederzukommen und ein Smartphone mitzubringen (aber bei den Kleinanzeigen tun das täglich hunderte von Leuten)
      - Wenn Dir derselbe Vermummte einen Ausdruck mit dem Bild eines Ausweises zeigen würde, würdest Du auch nicht einfach davon ausgehen, daß der Typ mit dem Kartoffelsack über dem Kopf wirklich der Besitzer des Ausweises auf dem Papier ist (aber bei den Kleinanzeigen und sonstwo im Net gilt den meisten Leuten aus völlig unerfindlichen Gründen das Bild irgendeines Ausweises als seriöser Identitätsnachweis)
      - Niemand würde im Supermarkt einen Zettel ans schwaze Brett hängen: "Wir fahren vom 10.-24. Juni in Urlaub, in der Zeit ist unser Haus leer und unbeaufsichtigt. Liebe Grüße, Familie Schulz aus der Hauptstraße 5". (Aber bei Twitter und Facebook anzukündigen, daß man sich schon drauf freut, 2 Wochen in der Karbik zu verbringen und nächste Woche gehts los, da denkt sich niemand was dabei und wundert sich, wenn bei der Rückkehr die Bude völlig ausgeräumt ist.)

      Und so weiter und so weiter.

      Das es überhaupt möglich ist, Bankkonten zu eröffnen, ohne daß je ein lebender Bankangestellter den Kunden oder seinen Ausweis persönlich gesehen hat, vedanken wir einer Generation, die es als unzumutbar empfindet, den Hintern aus dem Sessel zu heben und irgendwo noch persönlich zu erscheinen.
      Und jeder Versuch, irgendwie irgendwo Kontrolle auszuüben über das, was die Leute im Net tun, wird zu allem Überfluss von ideologisch verblendeten, hysterischen Datenschützern sofort blockiert.
      Geschützt werden dadurch nur die Täter, die das gnadenlos ausnutzen.
    • Ja du hast vollkommen Recht. In vielen Hinsichten ist man was das Internet und Social Media angeht zu leichtsinnig über sich selbst geworden. Das ein Bankkonto so einfach zu eröffnen ist, dass war mir auch neu. Das Post Ident kannte ich durch DHL wegen der Parkstadion aber auch nicht das es für Banken verwendet wird, genauso wie das Video Ident. Für mein offizielles Bankkonto musste ich bei der Bank vor Ort erscheinen. Naja mal sehen wie es weiter geht. Die Einmeldung für Opfer von Identitätsbetrug habe ich jetzt auch erledigt. Kann mir zwar Schwierigkeiten machen bei Kreditantrag, aber habe eh noch nie einen genommen und auch nicht vor in den nächsten Jahren einen zu nehmen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Banai123 ()